Der Einfluss verschiedener Immunsuppressiva auf die HCV-Replikation

Frey, Alexandra GND

Gegenwärtig ist die HCV-assoziierte Leberzirrhose immer noch eine der häufigsten Ursachen, die zu einer Lebertransplantation führen, wenn die HCV Infektion vor der LT nicht ausgeheilt ist. Das große Problem dabei ist jedoch, dass es in nahezu allen Fällen zu einer Reinfektion des Transplantats kommt, was mit einer schlechten Langzeitprognose und einer hohen Mortalitätsrate einhergeht. In diesem Zusammenhang geben die seit 2014 zugelassenen DAAs eine Hoffnung auf Verbesserung von Verlauf und Prognose. Allerdings ist in diesem Zusammenhang die Wirkung der nach Lebertransplantation unabdingbaren Immunsuppression, insbesondere der mTor-Inhibitoren, auf den Verlauf der HCV-Reinfektion und die Wirkung der DAAs noch nicht geklärt. In der hier vorliegenden Arbeit wurden verschiedene HCV-Replikonzelllinien verwendet, um in vitro den Einfluss der beiden IS-Klassen CNI und mTor auf die HCV-Replikationsaktivität zu untersuchen (CNI: CsA, TAC; mTor-Inhibitoren: EVR, SRL). Hierbei führte die Behandlung mit den mTor-Inhibitoren EVR und SRL bei den GT2a- und GT3a-Replikonzellen zu einer deutlichen Verminderung der HCV-Replikationsaktivität und bei GT1b zu einem entgegengesetzten Effekt. Nach der Behandlung kam es zu einer Zunahme der HCV-Replikationsaktivität um mehr als 40 %. Bei den GT4a-Replikonzellen wurde durch die beiden mTor-Inhibitoren kein Einfluss auf die HCV-Replikationsaktivität ausgeübt. Auch die Behandlung der Replikonzellen mit den beiden CNIs zeigte keinen Einfluss auf die HCV-Replikationsaktivität. Der Einfluss von EVR auf die HCV-Replikationsaktivität ist PML vermittelt. Die verminderte HCV-Replikationsaktivität in allen HCV-Replikonzellen stand im Zusammenhang mit der verminderten PML mRNA-Expression. In Arrayanalysen wurden Gene gesucht, deren Expression durch die immunsuppressive Behandlung gegensätzlich in den verschiedenen HCV-Replikonzellen ist, um eine mögliche Korrelation für eine gegensätzliche Regulation von GT1b und GT2a zu finden. Es wurden verschiedene interessante Gene gefunden, die ebenfalls auf mRNA-Ebene überprüft worden sind. Ein weiteres Ziel der hier vorliegenden Untersuchung war es, festzustellen, welche Effekte die verschiedenen IS auf die antivirale Wirkung der einzelnen DAAs in vitro haben. Es konnte gezeigt werden, dass die antivirale Wirkung der DAAs durch Immunsuppressiva in vitro beeinflusst wird. mTor-Inhibitoren beeinflussen die antivirale Wirkung agonistisch oder antagonistisch, in Abhängigkeit vom HCV-Genotyp und der antiviralen Substanz, wohingegen beide CNIs keinen Effekt auf die antivirale Wirkung der DAAs zeigten.

The hepatitis C virus (HCV)-related cirrhosis is one of the most common indications for liver transplantation (LT). HCV reinfection of the liver graft associated with consecutive cirrhosis and graft loss is a serious problem which occurs in nearly all cases. Since 2014 new therapeutic options, the direct acting antivirals, promise to improve the course of disease and prognosis. Nevertheless, the influence of immunosuppressive substances (IS) on HCV replication and on the antiviral activity of DAAs after LT, especially of mTor-inhibitors, still remains to be clarified. To shed light on these issues, various HCV-replicon cell lines were used to investigate the influence of both IS classes, calcineurine inhibitors (CNIs) and mTor-inhibitors, on HCV replication activity (CNI: cyclosporine A (CsA), tacrolimus (TAC); mTor inhibitors: everolimus (EVR), sirolimus (SRL)). Treatment with the immunosuppressive agents resulted for GT2a- and GT3a replicon cells in a significant decline of HCV replication activity, whereas in GT1b cells the opposite effect occurred. HCV replication activity increased by more than 40 % after treatment. In GT4a replicon cells no effect on HCV replication activity was achieved by both mTor inhibitors. The treatment of all replicon cells with both CNIs had no effect on HCV replication activity. The influence of EVR on HCV replication activity is mediated by PML. The reduced HCV replication activity in all HCV replicon cells was associated with reduced PML mRNA expression. To elucidate the underlying molecular mechanism for the differential regulation of HCV replication activity by different IS, array analyses were employed and revealed interesting potential genes. Furthermore we investigated the effects of different IS on the antiviral activity of various DAAs in vitro. Immunosuppressive agents can enhance or decrease, thus support or antagonize the antiviral activity of DAAs. Obtained results indicate agonistic or antagonistic effects on antiviral activity in dependence on the genotype and the respective antiviral substance.

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Frey, A., 2020. Der Einfluss verschiedener Immunsuppressiva auf die HCV-Replikation. https://doi.org/10.17185/duepublico/44450
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