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Berufserfolg und Lebenszufriedenheit

Weber, Anne

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener objektiver und subjektiver Aspekte des Berufserfolgs auf die Laufbahnzufriedenheit sowie die allgemeine Lebenszufriedenheit. Der objektive Berufserfolg wird in die beiden Bestandteile „Erreichen von Karrierekriterien“ sowie „Vermeidung von Diskontinuität“ unterteilt. Der subjektive Berufserfolg besteht aus den beiden Teilbereichen des selbsteingeschätzten Berufserfolgs und der Laufbahnzufriedenheit, wobei letztere gleichzeitig auch eine Komponente der Lebenszufriedenheit darstellt. Auf Basis verschiedener allgemeiner Theorien zur Erklärung der Lebenszufriedenheit wird ein spezielles Modell zum Einfluss des Berufserfolgs auf die Lebenszufriedenheit entwickelt, aus dem wiederum verschiedene Hypothesen abgeleitet werden. Die Prüfung der Hypothesen erfolgt dabei – anders als in den meisten bisherigen Untersuchungen – sowohl im Querschnitt zu drei verschiedenen Befragungszeitpunkten als auch im Längsschnitt anhand von Fixed-Effects-Analysen. Verwendet werden die Daten des Kölner Gymnasiastenpanels (n=1.301), einer Kohorte von Personen mit meist höheren Bildungsabschlüssen. Es zeigt sich deutlich, dass der Einfluss der objektiven Berufserfolgsaspekte sowohl auf die Laufbahnzufriedenheit als auch auf die allgemeine Lebenszufriedenheit im Durchschnitt nur schwach ist. Der Effekt des subjektiven Berufserfolgs auf die beiden Zufriedenheiten ist hingegen offenkundig stärker. Des Weiteren ist die Wirkung sowohl des objektiven als auch des subjektiven Berufserfolgs auf die Laufbahnzufriedenheit signifikant stärker als auf die allgemeine Lebenszufriedenheit. Der Einfluss des objektiven Berufserfolgs auf die Laufbahnzufriedenheit wird bei den meisten der betrachteten Variablen zumindest teilweise durch den selbsteingeschätzten Berufserfolg vermittelt. Vereinzelt wird dieser Effekt des objektiven Berufserfolgs dann weiter über die Laufbahnzufriedenheit auf die allgemeine Lebenszufriedenheit übertragen. Teilweise deutet sich aber auch an, dass gleichzeitig gegenläufige Effekte auf andere Lebensbereiche vorhanden sind. Der Einfluss des selbsteingeschätzten Berufserfolgs auf die allgemeine Lebenszufriedenheit hingegen wird immer durch die Laufbahnzufriedenheit mediiert. Die Ergebnisse lassen zudem erkennen, dass der Einfluss der Laufbahnzufriedenheit auf die allgemeine Lebenszufriedenheit umso stärker in Erscheinung tritt, je wichtiger der berufliche Lebensbereich eingeschätzt wird. Insgesamt ist der Einfluss der Laufbahnzufriedenheit auf die allgemeine Lebenszufriedenheit aber geringer als der Einfluss der privaten Lebenszufriedenheit. Dies gilt insbesondere für Frauen mit Kindern im Vergleich zu Männern bzw. kinderlosen Frauen. Offenkundig wirkt sich auch eine Nichterwerbstätigkeit bei Frauen mit Kindern weniger negativ auf die allgemeine Lebenszufriedenheit aus als bei Männern und kinderlosen Frauen. Dies betrifft vor allem die Zeit um das 30. Lebensjahr, also die Phase der Familiengründung. Zusammengefasst verdeutlichen die Ergebnisse dieser Arbeit: Berufserfolg macht zufrieden. Vor allem spielen die subjektiven Komponenten des Berufserfolgs hierbei eine wichtige Rolle, während der objektive Berufserfolg zumindest in der Gruppe der Höhergebildeten kaum einen Einfluss zu haben scheint. Um mit der eigenen Berufslaufbahn und dem Leben zufrieden zu sein, kommt es also letztlich auf die subjektiven Ziele und Erwartungen sowie die Einstellung zum Erfolg, zum Berufsleben und zum Leben allgemein an.

The present study is devoted to the influence of different aspects of objective and subjective career success on career satisfaction and general life satisfaction. Objective career success in this study consists of two components, i.e. “achievement of career criteria” and “avoidance of discontinuity”. Subjective career success is composed of both self-rated career success and career satisfaction; the latter one is also part of the construct of life satisfaction. Based on different general theories concerning the determinants of life satisfaction, a particular model of the influence of career success on life satisfaction is developed from which various hypotheses are derived. In contrast to most previous studies, these hypotheses were tested both by cross-sectional analyses for three different waves and by longitudinal fixed-effects-analyses using the data of the “Kölner Gymnasiastenpanel“ (n=1.301), a cohort of mostly higher-educated persons. It is obvious from the results of these analyses that, on average, the influence of objective career success aspects both on career satisfaction and general life satisfaction is only weak. It is also shown that the effect of subjective career success on the two satisfaction ratings is, however, evidently stronger. Furthermore, the effect both of objective and subjective career success is significantly stronger on career satisfaction than on general life satisfaction. For most of the observed variables the influence of objective career success on career satisfaction is mediated, at least in part, by the self-rated career success. In a few cases, this effect of objective career success is then mediated by career satisfaction on general life satisfaction. Moreover, the results partially suggest that there may be opposite effects on other areas of life. However, the influence of self-rated career success on general life satisfaction is always mediated by career satisfaction. The results also demonstrate that the more important the occupational area of life is perceived, the stronger general life satisfaction is influenced by career satisfaction. Altogether, the influence of career satisfaction on general life satisfaction is lower than the influence of private life satisfaction. This is true particularly for women with children compared to men and women without children. Obviously, the negative effect of non-employment on general life satisfaction is also lower for women with children than for men and childless women. This applies especially to those of around thirty years of age, i.e. the common phase of starting a family. To summarize, these results illustrate: career success leads to happiness. Particularly the subjective components of career success are relevant in this respect, whereas objective career success – at least in the group of rather higher-educated persons – hardly seems to have any effect. Finally, being satisfied with his or her own career and life in general depends predominantly on subjective goals and expectations as well as attitudes for success, occupational life and life in general.

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Weber, Anne: Berufserfolg und Lebenszufriedenheit. 2014.

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