Eine generische Methode zur optimierten Absicherung und Freigabe von Fahrwerkfunktionen

Der Wandel, den die Automobilindustrie momentan durchlebt, führt zu vielen Verände-rungen in der Fahrzeugentwicklung. Die meisten neuen Fahrzeugfunktionen basieren auf Soft-ware, was die Etablierung von neuen agilen Vorgehensweisen nach sich zieht. Davon ist auch der Prozessschritt der Absicherung und Freigabe betroffen. Hinzu kommt eine gestiegene Komplexität durch neue technologische Innovationen sowie durch neue Normen und Gesetze, die die Entwicklung beeinflussen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde in dieser Arbeit untersucht, wie eine generische Methode zur Absicherung und Freigabe von Fahrwerkfunktionen dargestellt werden kann. Mit der standardisierten Methode können Funktionen mit verschiedenen techni-schen Merkmalen getestet und freigegeben werden, um eine einheitliche Qualität zu gewähr-leisten. Fundament der Methode sind Ergebnisse hermeneutischer Untersuchungen gesetzli-cher und normativer Anforderungen. Zunächst wurden besondere Merkmale definiert, welche eine technische Eigenschaft von SW beschreiben oder durch die Software gewährleistet wer-den. Parallel wurden Testmodule entwickelt. Jedes Testmodul entspricht einer Testaktivität und beschreibt generisch u. a. Testziele, Testendekriterien und Testentwurfsverfahren. Mittels hermeneutischer Untersuchungen von Gesetzen und Normen wurden für jedes besondere Merkmal Testmodule bestimmt, welche auf verschiedenen Ebenen durchzuführen sind. Dar-aus ergibt sich ein modularer Testbaukasten, welcher während der Testplanung zum Einsatz kommt und im Vergleich zu anderen Methoden für eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen anwendbar ist.
Weiterhin lag ein besonderes Augenmerk der vorliegenden Arbeit auf der Entwicklung eines generischen Freigabeverfahrens mit breitem Anwendungsspektrum innerhalb der Fahr-werkfunktionsentwicklung. Um effizient Freigaben erteilen zu können, basiert die Methode auf der Erreichung von Testendekriterien für verschiedene Freigabelevel. Dabei werden Risiken identifiziert, gegeneinander gewichtet und mit Eintrittswahrscheinlichkeiten pro Freigabelevel in Verbindung gebracht, um einen Eintrittsfaktor zu erhalten. Für jedes besondere Merkmal wird ein Gefahrenniveau systematisch ermittelt, um aus diesem in Zusammenhang mit dem Eintrittsfaktor das Testendekriterium zu bestimmen.
Da es in der Praxis häufig zu Terminkonflikten kommt, wird die Methode mit Vorschlä-gen zur Testfallpriorisierung abgerundet. Dazu werden verschiedene Kriterien herausgearbei-tet, anhand derer die Priorisierung von Testfällen hinsichtlich Zeitmangels abgeleitet werden kann.

The transformation that the automotive industry is currently undergoing is leading to many changes in vehicle development. Most new vehicle functions are based on software, which leads to the establishment of agile development procedures. This also affects the de-velopment steps of validation and release. In addition, there is an increased complexity due to new technological innovations as well as new standards and laws that influence the develop-ment.
In order to meet these challenges, in this thesis an investigation of a generic method for validation and release of chassis functions is presented. With a standardised method the quality of test an release processes for functions with different technical characteristics is guar-anteed. The method is based on the results of hermeneutic investigations of legal and norma-tive requirements. First, special features were defined that describe a technical characteristic of software or that must be guaranteed by the software. In parallel, test modules were devel-oped. Each test module corresponds to a test activity and generically describes, among other things, test objectives, test end criteria and test design procedures. By means of hermeneutic studies of laws and standards, test modules were determined for each particular special fea-ture. Foe each feature the modules have to be carried out at different test levels. This results in a modular test kit, which is used during test planning. Compared to other test strategies this method is designed to be applied to a large number of different technical functions of the ve-hicle chassis.
Furthermore, a special focus of the present work was on the development of a generic release procedure with a broad application spectrum within the chassis function development. In order to be able to issue releases efficiently, the method is based on the achievement of test exit criteria for different release levels. Risks are identified, weighted against each other and associated with probabilities of occurrence per release level to obtain an occurrence fac-tor. For each particular characteristic, a hazard level is systematically determined in order to determine the test exit criterion from this in connection with the occurrence factor.
As there are often scheduling conflicts in practice, the method is rounded off with sug-gestions for test case prioritisation. For this purpose, various criteria are worked out. On the basis of these the prioritisation of test cases can be derived with regard to lack of time.

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