Die andere Seite der Ladentheke

Wir begegnen ihnen jeden Tag beim Einkauf, aber beachtet werden sie kaum:
Verkäuferinnen in den Großbetrieben des Lebensmitteleinzelhandels. Zu Beginn der Corona-Krise erlebten sie eine bis dahin nicht erfahrene Anerkennung. Sie wurden als 'systemrelevant' aufgewertet und als 'Heldinnen des Alltags' gefeiert: Eine Wertschätzung, die den Frauen an der Kasse selten zu Teil wird. Es waren und sind vor allem Frauen, die dort arbeiten. Der Verkaufsberuf ist in der Bevölkerung nicht gut angesehen. Nach einer Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung von 2017 rangiert er auf der Skala der Beliebtheit an letzter Stelle. Insofern verwundert es nicht, dass die Geschichte des Verkaufspersonals in den Großfilialbetrieben des Lebensmitteleinzelhandels noch nicht geschrieben ist. Die boomende Konsumgeschichte hat vor allem die Menschen vor der Ladentheke, die Konsumentinnen und Konsumenten untersucht, nicht jedoch diejenigen, die dahinterstanden und die Waren an den Mann und – im Lebensmitteleinzelhandel vor allem – an die Frau brachten. Das soll sich jetzt ändern. Ein jüngst gestartetes, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziertes Projekt am Lehrstuhl von Professor Dr. Maren Lorenz (Geschichte der Frühen Neuzeit und Geschlechtergeschichte) an der Ruhr-Universität Bochum erforscht „Die andere Seite der Ladentheke“ und nimmt die Verkäuferinnen in den Großfilialbetrieben des Lebensmitteleinzelhandels in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Blick.

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