Ermittlung von PlGF, sFlt-1 und PAPP-A im Blut schwangerer Frauen im Hinblick auf Schwangerschaftskomplikationen wie der Präeklampsie oder der fetalen Wachstumsretardierung im 3. Trimenon

PE (Präeklampsie) und die IUGR (Intrauterine Growth Restriction) gehen in der Schwangerschaft aus einer plazentaren Dysfunktion hervor und resultieren in einer Multisystemerkrankung, die potenziell zu einem letalen mütterlichen und kindlichen Ausgang führen. Das HELLP (Haemolysis, Elevated Liver enzymes, Low Platelet count) -Syndrom oder die Eklampsie sind Beispiele schwerwiegender Komplikationen. Unterteilt werden diese Erkrankungen hierbei in eine frühe PE und IUGR bis zur 34. SSW (Schwangerschaftswoche) und eine späte PE und IUGR ab der 34. SSW. Bis heute stellt die rasche Entbindung die einzige kurative Therapieoption der LOPE (late-onset PE) und LO-IUGR (late-onset IUGR) dar. Daher ist eine frühzeitige Detektion dieser Erkrankungen essentiell, um das mütterliche sowie kindliche Outcome positiv zu beeinflussen.
Bereits vorangegangene Studien konnten einen Nutzen aus der Bestimmung der sFlt-1 (Soluble fms-like tyrosine kinase-1) /PlGF (Placental growth factor) -Ratio im Hinblick auf die Diagnosestellung der EOPE (early-onset PE) aufzeigen. Das PAPP-A (Pregnancy-associated plasma protein A) spielt in der Diagnostik der PE im ersten Schwangerschaftstrimenon zusammen mit anderen Faktoren eine wichtige Rolle.
Unsere Forschungsarbeit zielt auf die Fragestellung, ob diese bewährten Marker im letzten Drittel der Schwangerschaft eine LOPE und LO-IUGR verlässlich vorhersagen können. Dafür wurde im Rahmen einer prospektiven Fall-Kontroll-Studie das Blut 730 schwangerer Frauen zwischen der 32. und 37. SSW mittels eines vollautomatischen Systems zur Durchführung von Immunoassays von bspw. (beispielsweise) Serum oder Plasma (Brahms Kryptor compact plus) auf die genannten Biomarker untersucht und ausgewertet.
Unsere Ergebnisse der sFlt-1/PlGF-Ratio zeigen, dass sich der Quotient auch hinsichtlich der Vorhersage einer LOPE und LO-IUGR verlässlich einsetzen lässt. Das Protein PAPP-A hingegen weist keine signifikanten Ergebnisse auf.
Da vor allem die PE, aber auch die IUGR, zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen der heutigen Zeit gehört und das Outcome dieser Erkrankungen mitunter letal für Mutter und oder Kind ist, gilt es unserer Ansicht nach die vorliegenden Ergebnisse zu nutzen und die sFlt-1/PlGF-Ratio in zukünftigen Screening-Untersuchungen zu verwenden.

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Droste, L., 2021. Ermittlung von PlGF, sFlt-1 und PAPP-A im Blut schwangerer Frauen im Hinblick auf Schwangerschaftskomplikationen wie der Präeklampsie oder der fetalen Wachstumsretardierung im 3. Trimenon. https://doi.org/10.17185/duepublico/73830
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