Einfluss von Thrombozytenaggregationshemmern auf das Patienten- und Transplantatüberleben nach Nierentransplantation

Gottmann, Marlene Johanna GND

Niereninsuffiziente Patienten stellen ein risikoreiches Patientenkollektiv dar mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Komorbiditäten. Vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl niereninsuffizienter Patienten mit Koronarer Herzerkrankung steigt die Anzahl der Patienten, die Thrombozytenaggregationshemmer einnehmen. In dem Zeitraum von Januar 2007 bis Juni 2012 wurden im Universitätsklinikum 744 Patienten nierentransplantiert, von denen 161 Patienten mit Thrombozytenaggregationshemmer in dieser Studie eingeschlossen wurden. Der mediane Nachbeobachtungszeitraum betrug 40 Monate. Ziel dieser retrospektiven Studie war es, die Auswirkungen von Thrombozytenag-gregationshemmern auf Patienten- und Transplantatüberleben im Langzeitverlauf zu analysieren, da bisher eine limitierte Datenlage zu mittel- und langfristigen Auswirkungen bei Nierentransplantationen besteht. Insgesamt konnte weder ein signifikanter Einfluss der Monotherapie mit Plättchemhemmer auf das Patienten- und Transplantatüberleben nachgewiesen werden noch die duale Therapie. Allerdings konnte eine deutliche Signifikanz zwischen einer doppelten Antikoagulation und einer postoperativen Blutung nachgewiesen werden. Die Zwölf-Monats-Überlebensrate der Patienten lag insgesamt niedriger als die in der Literatur beschriebenen Ergebnisse (89,7% vs. 92-97%), jedoch zeigte sich keine statistische Signifikanz. Bezüglich des Transplantatüberlebens konnte eine Rate von 86,1% nach einem Jahr nachgewiesen werden. Eine weitere Untersuchung unter dem Aspekt einer Blutungskomplikation zeigte einen statistisch signifikanten Unter-schied beim Transplantatüberlebens mit einer Lebensverkürzung auf 75,9% nach zwölf Monaten. Die vorliegende Studie zeigte ein deutlich erhöhtes postoperatives Blutungsrisiko unter einer dualen Antikoagulation mit Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel. Die Monotherapie mit ASS hingegen stellte keinen signifikanten Risikofaktor für Blutungen dar. Abhängig von der der Thrombozytenaggregationseinnahme zugrundeliegenden Erkrankung sollte die Medikation bei gelisteten Patienten diskutiert oder diese gegebenenfalls für den benötigten Zeitraum der dualen Therapie als nicht transplantabel gelistet werden.

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Gottmann, M.J., 2020. Einfluss von Thrombozytenaggregationshemmern auf das Patienten- und Transplantatüberleben nach Nierentransplantation. https://doi.org/10.17185/duepublico/71301
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