Entwurf eines Stadtstrukturmodells für Industriestädte dargestellt an den Raumbeispielen Herne und Wanne-Eickel

Hüßler, Stephan GND

Die modellhafte Darstellung von Städten bezieht sich meist auf Städte, die es auch schon vor etwaigen Industrialisierungsprozessen zu nennenswerter Größe innerhalb ihres regionalen Kontextes gebracht haben. Ferner beruhen die Modellvorstellungen häufig auf der Annahme eines kontinuierlichen Wachstums. Beide Faktoren lassen sich für die Beispielstädte Herne und Wanne-Eickel nicht bestätigen. Sie stellen Raumausschnitte dar, die erst durch die Industrialisierung zu Orten bzw. zu Städten wurden und die in der post-industriellen Phase mit Schrumpfungsprozessen zu kämpfen haben. Die Dissertation arbeitet daher die räumliche Entwicklung der beiden Städte unter landeskundlichen Aspekten heraus. Die Basis stellt eine umfangreiche, gebäudescharfe Kartierung für die Städte Herne und Wanne-Eickel zu sieben Zeitständen dar. Anhand der Karten, der themenbezogenen Literatur sowie anhand von Fotografien und Luftbildern konnten die industriell-gewerblichen Grundlagen aufgezeigt und das stadtstrukturelle Wachstum erklärt werden. Die landeskundliche Raumanalyse wurde dann den gängigen Stadtstrukturmodellen und Theorien zu Industriestädten gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erarbeiten. Hieraus ergaben sich zahlreiche Grundprinzipien für die Entwicklung der industriellen Stadtstruktur. Auf Grundlage dieser Prinzipien wurde ein Stadtstrukturmodell für Industriestädte entworfen. Die industrielle Kulturlandschaftsforschung wird um diesen Aspekt erweitert.

Models of the internal structure of cities are often drawn from cities which already had a remarkable size in population and area before industrial processes started to change the face of the city. Furthermore those models often suggest a constant growth of the city. Both aspects do not match the two examples Herne and Wanne-Eickel. These two places came only into existence because of industrialisation and their population decreased when the process of deindustrialization began. This doctoral thesis therefore focuses on the spatial development of those two cities with regard to functional and cultural aspects. The research is based on a voluminous and selective cartography of Herne and Wanne-Eickel taken at seven different sections in time. Coupled with further resources this cartography helped to detect the spatial development of the cities’ industrial backbone and to explain the growth of the cities. The spatial analysis has then been contrasted with the most common models of urban structure and theories on industrial cities to identify similarities and differences. This led to numerous principles of the development of the internal structure of the industrial city. As a result these principles were then transformed into a spatial model for the internal structure of industrial cities. Consequently the field of urban studies is expanded by this aspect.

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Hüßler, S., 2019. Entwurf eines Stadtstrukturmodells für Industriestädte dargestellt an den Raumbeispielen Herne und Wanne-Eickel. https://doi.org/10.17185/duepublico/70521
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