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Social media as a deliberative arena? Environmental protection bureaus meet netizens on Sina Weibo in China

Dau, Magnus LSF

This dissertation analyzes the interactions of netizens and environmental protection bureaus (EPB) in China as a case of authoritarian deliberation. To do so the characteristics setting social media apart from traditional ones are elaborated to show their unprecedented potential for deliberative practices and how they changed the nexus of state-society-media relations. Against this backdrop an analysis of collected conversations from the social media platform Sina Weibo using a mixed methods approach is conducted. The mixed methods approach relies on descriptive statistics to assess the scope and depths of EPBs activities on the platform in general and in comparison with other state agencies. It is one of the first systematic assessments that allow to gauge the impact of state-society relation taking place on social media. The findings suggest that deliberative practices are already taking place to a significant degree on social media between state agencies and citizens, but only to a marginal degree in the field of environmental protection. This deviates from the original research assumptions which were based the gravity of issues related to environmental protection and the comparatively high levels of interaction in other policy fields. Based on the insights gained by the quantitative assessment a region in China exhibiting high levels of activity in the field of environmental protection was selected for the second part of the mixed methods approach. This part uses qualitative content analysis to examine in detail the interactions of a group of selected EBPs representing the prefecture level city of Jiaxing. The qualitative evaluation uses a framework developed to assess local e-government services. The findings suggest that at least in this area deliberation between EPBs and netizens occurs regularly. The state agencies are responsive to societal input and can to some extent be pressurized to take action. The most dominant aspects brought into the interactions from the societal sphere can be related to the tasks of public service provision and transparency. This study complements the existing scholarly insights on social media and state-society relations by showing not only the extent to which authoritarian deliberation is already taking place in China’s social media platforms but also by carving out its effects on state-society relations. The observed deliberative practices suggest that social media can contribute to enhance the responsiveness of local governments, increase the quality of local governance and serve as a multidirectional communication platform crossing - not only - the state-society divide.

Diese Dissertation analysiert die Interaktionen von Internetnutzern und Umweltschutzbüros (EPB) in China als Fall von autoritärer Deliberation. Zu diesem Zweck werden die Charakteristika herausgearbeitet, die soziale Medien von traditionellen unterscheiden, um ihr Potenzial für deliberative Praktiken aufzuzeigen und um herauszuarbeiten, wie sie die Interdependenz zwischen Staat, Gesellschaft und Medien verändert haben. Vor diesem Hintergrund wird eine Analyse von gesammelten Interaktionen der social-media Plattform Sina Weibo mit Hilfe eines mixed-methods Ansatz durchgeführt. Dieser Ansatz verfolgt ein off-set Design und stützt sich einerseits auf deskriptive Statistiken, um den Umfang und die Tiefe der Aktivitäten der EPBs auf der Plattform im Allgemeinen und im Vergleich zu anderen staatlichen Agenturen zu bewerten. Dies ist einer der ersten systematischen Erfassungen dieser Interaktionen, die es ermöglicht, die Implikationen auf die Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft durch sozialen Medien in dieser Hinsicht zu messen. Die Ergebnisse legen nahe, dass Beratungsprozesse in den sozialen Medien zwischen staatlichen Stellen und Bürgern bereits in erheblichem Maße stattfinden, im Bereich des Umweltschutzes jedoch nur marginal. Dies weicht von den etablierten Forschungsannahmen ab, die darauf beruhen insbesondere Umweltschutz als sensitives Politikfeld zu sehen. Zudem weisen andere Politikbereiche in sozialen Medien einen vergleichsweise hohen Grad an Interaktion auf. Basierend auf den Erkenntnissen der quantitativen Bewertung wurde für den zweiten Teil des mixed-methods Ansatzes eine Region in China ausgewählt, die eine hohe Aktivität zwischen Netizens und EPBs im Bereich des Umweltschutzes aufweist. Dieser Teil der Arbeit verwendet qualitative Inhaltsanalyse, um die Interaktionen einer Gruppe ausgewählter EBPs, die die bezirksfreie Stadt Jiaxing repräsentieren, im Detail zu untersuchen. Die qualitative Bewertung greift dabei auf einen Analyserahmen zurück, der entwickelt wurde, um lokale E-Government-Dienste zu bewerten. Die Ergebnisse legen nahe, dass zumindest in dieser Region regelmäßig Interaktionen im Sinne deliberativer Praktiken zwischen EPBs und Netizens stattfinden. Die staatlichen Stellen reagieren auf den gesellschaftlichen Input und können unter, in gewissen Grenzen, unter Druck gesetzt werden, Maßnahmen zu ergreifen. Die dominierendsten Aspekte, die in die Interaktionen von den Bürgern eingebracht werden, lassen sich auf die Analysekategorien der Erbringung öffentlicher Dienstleistungserbringung und der Transparenz zurückführen. Diese Studie ergänzt die vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu sozialen Medien und zu den Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft in autoritären System wie China, indem sie nicht nur das Ausmaß autoritärer Deliberation anhand von Chinas Sina Weibo Plattform aufzeigt, sondern auch deren Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft herausgearbeitet. Die beobachteten deliberativen Praktiken legen nahe, dass soziale Medien dazu beitragen können, die Reaktionsfähigkeit lokaler Regierungen zu verbessern, die Qualität lokaler Governance zu verbessern und als multidirektionale Kommunikationsplattform zu dienen, die nicht nur die Kluft zwischen Staat und Gesellschaft überschreitet.

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Dau, Magnus: Social media as a deliberative arena? Environmental protection bureaus meet netizens on Sina Weibo in China. 2018.

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