Paradigmenwechsel im Völkerrecht? : Herausforderungen bei der Etablierung eines Weltinnenrechts im Politikfeld Menschenrechte

In den letzten Jahrzehnten hat das internationale System einen grundlegenden Strukturwandel erfahren. Der traditionelle Hauptakteur der internationalen Bühne, der souveräne National-staat, ist immer weniger in der Lage, die aktuellen Herauforderungen, z. B. globale Umwelt-probleme oder den transnationalen Terrorismus, allein zu bewältigen. Nichtregierungsorgani-sationen und transnationale Konzerne sind zu wichtigen Akteuren im internationalen System geworden. Angesichts der Veränderungen stellt sich die Frage, inwieweit das Völkerrecht bislang darauf reagiert hat, bzw. welche Reformen erforderlich sind, damit es auch weiterhin den rechtlichen Rahmen zur Regulierung der inter- und transnationalen Beziehungen bereit-stellen kann. Der vorliegende INEF-Report untersucht exemplarisch für das Politikfeld Men-schenrechte grundlegende Modifikationen, die auf einen Paradigmenwechsel im internationa-len Recht hindeuten könnten: die Einbindung nichtstaatlicher Akteure in die internationale Rechtsordnung, Konstitutionalisierungstendenzen und eine gemeinschaftliche Rechtsdurch-setzung im Politikfeld Menschenrechte. Sind sie bereits so weit fortgeschritten, dass von ei-nem Weltinnenrecht gesprochen werden kann? Da das Konzept eines Weltinnenrechts kei-neswegs unumstritten ist, werden darüber hinaus zentrale Argumente der Debatte nachge-zeichnet sowie Probleme und Hindernisse bei der Umsetzung offengelegt.

In recent decades fundamental structural changes have taken place in the international system. The sovereign nation state as the traditional main body no longer holds the position to cope with current challenges like global environmental problems or the transnational terrorism. Non-governmental organizations and transnational corporations today are important players at the international level. In view of these changes two questions arise. Did international law react on them and how? Which kind of reforms will be necessary to secure that international law will be able to serve as a legal framework of inter- und transnational relations in the fu-ture? This INEF-Report examines fundamental modifications in the field of human rights that may indicate a change of paradigm: the integration of non state players in international law, constitutional tendencies and a common enforcement of law. Have these modifications al-ready made enough progress to result in a world domestic law (Weltinnenrecht)? Because of the heated controversy about the draft of a world domestic law, crucial arguments of the dis-cussion are presented. Furthermore obstacles to its realization are exemplified.

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