Gibt die Erkennung von Verkalkungen im Computertomogramm des Thorax einen Hinweis auf das Ausmaß der Verkalkung in der Computertomografie des Herzens?

Kühle-Seibel, Victoria Ariana Cornelia Antonia GND

In der vorliegenden Arbeit wurden Verkalkungen der Koronararterien, die in nativen Computertomografie- (CT) Thorax-Untersuchungen im Multislice-CT (MSCT) sichtbar sind, mit bereits ausgewerteten CT-Herz-Untersuchungen verglichen. Die Besonderheit war, dass diese CT-Thorax-Untersuchungen, im Vergleich zu den CT-Herz- Untersuchungen, nicht Elektrokardiographie-getriggert waren. Der primäre Fokus wurde dabei auf den Vergleich zwischen diesem neu entwickelten CT-Thorax-Score und dem Coronary Artery Calcium (CAC)-Score gelegt. Es wurde ein neues Messverfahren entwickelt, das ohne zusätzliche Software und ohne Abgrenzung der einzelnen Koronararteri- ensegmente auskommt. Um die CT-Bilder effektiv und schnell auszuwerten, wurde eine Methode ausgearbeitet, die sich aus Messung der Verkalkung und Zählen der CT- Schichten, in denen Koronarkalk sichtbar ist, zusammensetzt. Es entstand ein Score mit der Einheit Millimeter (mm). Die Bild-daten stammten von 768 Patienten, die sowohl eine CT-Thorax- als auch CT-Herz-Untersuchung in einem Untersuchungsblock erhalten hatten. Die Untersuchung wurde mit einem 64-zeiligen MSCT der Firma Philips durchgeführt. Ziel war es, ein Verfahren zu entwickeln, das es erlaubt, zukünftig aus CT-Thorax- Untersuchungen auch Aussagen zu kardiovaskulären Risiken treffen zu können. Von besonderem Interesse bei der Auswertung der Untersuchungsergebnisse war die Beantwortung von drei Fragen: 1. Besteht ein Zusammenhang zwischen den beiden Untersuchungsmethoden? 2. Ab welchem CT-Thorax-Score kommt es zu einem Überschreiten der wichtigen CAC-Score-Werte > 100 und > 400? 3. Welchen negativ prädiktiven Wert hat ein Fehlen von Verkalkungen in CT-Thorax-Bildern? Zu 1.: Die beiden Untersuchungsmethoden wiesen eine hohe Korrelation von 0,94 und eine hohe erklärte Varianz von 98,3 % in der Gesamtauswertung auf. Auch die Auswer- tung der einzelnen Koronararterien erbrachte ähnlich zufriedenstellende Ergebnisse. Zu 2.: Mittels der Erstellung von Perzentilen konnten Grenzwerte für die klinisch relevan- ten CAC-Score-Werte von > 100 und > 400 formuliert werden. Diese lagen für die Über- schreitung eines CAC-Scores von 100 bei 34,3 mm und für die Überschreitung eines CAC-Scores von 400 bei 101,7 mm. Zu 3.: Waren in der CT-Thorax-Untersuchung keine Verkalkungen sichtbar, wurde in etwa 90 % der Fälle auch ein CAC-Score von null in der CT-Herz-Untersuchung gefunden. Über das Fehlen von Verkalkungen in CT-Thorax-Untersuchungen konnte so auch eine Aussage über die Herzgesundheit getroffen werden.

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Kühle-Seibel, V.A.C.A., 2019. Gibt die Erkennung von Verkalkungen im Computertomogramm des Thorax einen Hinweis auf das Ausmaß der Verkalkung in der Computertomografie des Herzens? https://doi.org/10.17185/duepublico/70570
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