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Untersuchung zur zirkulierenden miR-192 als Prädiktor für das Überleben bei ischämischer und dilatativer Kardiomyopathie

Eul, Sebastian

HINTERGRUND: Die Entwicklung von Herzinsuffizienzen (HI) stellt heute ein großes Problem dar. Mit der Mikro-Ribonukleinsäure-192 (miR-192) scheint ein Regulator und Prädiktor für die Entwicklung von ischämisch bedingter HI nach akutem Myokardinfarkt (AMI) gefunden zu sein. Dabei zirkuliert die miR-192, in exosomaler Form geschützt, stabil im Blut und wirkt abhängig vom Tumorsuppressorprotein p53. FRAGESTELLUNG: Es wird die Hypothese geprüft, ob die zirkulierende miR-192 ein potentieller Prädiktor für das Überleben bei ischämischer (ICM) oder dilatativer Kardiomyopathie (DCM) ist, unter Betrachtung weiterer Randvariablen. METHODEN: In dieser monozentrischen, prospektiven Beobachtungsstudie wurde bei einem Studienkollektiv aus 109 HI-Patienten mittels real-time Polymerasekettenreaktion sowie 2-ΔΔCt – Methode die miR-192-Expression im Blutserum bestimmt. Neben Medikamenten, Echokardiographie- und Laborparametern wurde das Überleben bei medianem Follow up von 44 Monaten mittels Cox-Regressionsmodell analysiert. ERGEBNISSE: Die Höhe der miR-192-Expression ist sowohl bei ICM als auch bei DCM erhöht, unabhängig von einem AMI, dem B-natriuretischem Peptid oder dem HI-Schweregrad nach New York Heart Association. Insgesamt verstarben 19 Patienten (17%), 13 in der ICM-Gruppe, 6 in der DCM-Gruppe. Bei einem Cut off-Wert von foldchange (fc) miR-192 = 0,96 konnte mit höchst signifikantem Ergebnis (p = 0,001) ein Überlebensvorteil bei niedriger miR-192-Expression nachgewiesen werden, jedoch nur bei ICM, nicht bei DCM. Niedrige miR-192-Expressionen sind bei ICM und DCM mit niedrigen Angiotensin-II-Serumspiegeln assoziiert. Zudem gibt es in der ICM-Therapie mit Angiotensin-1-Antagonisten signifikant niedrigere miR-192-Expressionen im Vergleich zu Angiotensin-Konversions-Enzym-Hemmern. Auch scheint ein Zusammenhang zwischen der miR-192-Expression und echokardiographischen Parametern möglich. SCHLUSSFOLGERUNG: Erstmalig wurde die miR-192 als Regulator bei ICM identifiziert. Ihre Expressionshöhe ist unabhängig von bekannten HI-Einteilungen und mit einem Cut off-Wert fc miR-192 = 0,96 stellt sie einen aussagekräftigen Prädiktor für das Überleben bei HI im Rahmen einer ICM, nicht jedoch bei DCM dar. Es gibt Hinweise, dass miR-192 und p53 über Angiogenese die HI beeinflussen. Auch sind Therapieoptionen durch spezifische miR-192-Antisense-Oligonukleotide vorstellbar.

BACKGROUND: The development of heart failure (HF) is currently a major problem. With micro-ribonucleic acid 192 (miR-192), a regulator and predictor of the development of ischemic HF after acute myocardial infarction (AMI) seems to be found. The miR-192, protected in an exosomal form, circulates stably in the blood and is dependent on the tumor suppressor protein p53. OBJECTIVE: It is hypothesized that circulating miR-192 is a potential predictor of survival in ischemic (ICM) or dilated cardiomyopathy (DCM), considering other peripheral variables. METHODS: In this single-center, prospective observational study, miR-192 expression in blood serum was determined in a study population of 109 HF patients using real-time polymerase chain reaction and 2-ΔΔCt method. In addition to medication, echocardiography and laboratory parameters, survival was analyzed at a median follow-up of 44 months using the Cox regression model. RESULTS: The level of miR-192 expression is increased in both ICM and DCM, regardless of AMI, B-natriuretic peptide, or New York Heart Association HF severity. In total, 19 patients (17%) died, 13 in the ICM group, 6 in the DCM group. With a cut-off value of foldchange (fc) miR-192 = 0.96, a survival advantage with low miR-192 expression could be demonstrated with a high significant result (p = 0.001), but only for ICM, not for DCM. Low miR-192 expression is associated with low angiotensin II serum levels in ICM and DCM. In addition, in ICM therapy with angiotensin 1 antagonists, there are significantly lower miR-192 expressions compared to angiotensin converting enzyme inhibitors. Also, a correlation between miR-192 expression and echocardiographic parameters seems possible. CONCLUSION: For the first time, the miR-192 was identified as a regulator at ICM. Its expression level is independent of known HF classifications and with a cut-off value fc miR-192 = 0.96, it is a meaningful predictor of survival in HF by ICM, but not by DCM. There is evidence that miR-192 and p53 affect the HF via angiogenesis. Therapeutic options through specific miR-192 antisense oligonucleotides are also conceivable.

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Eul, Sebastian: Untersuchung zur zirkulierenden miR-192 als Prädiktor für das Überleben bei ischämischer und dilatativer Kardiomyopathie. 2018.

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