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Bedeutung von Mutationen im Gen KCNQ1 bei Todesfällen im Wasser

Tzimas, Iliana

Bei im Wasser gefundenen Leichen ist eine zweifelsfreie Diagnose der Todesursache oft nur schwer oder gar nicht möglich. Selbst wenn ein Ertrinken sicher festgestellt werden kann, bleibt der Grund dafür häufig ungeklärt. Todesfälle im Wasser, inklusive sicherer Ertrinkungsfälle ohne eine ersichtliche Ursache, können ebenso wie plötzliche Todesfälle an Land den Kategorien „plötzlicher Herztod“ oder „plötzlicher unerklärter Tod“ zugeordnet werden. Daher kann davon ausgegangen werden, dass auch die Raten an primären Arrhythmiesyndromen (inklusive dem Long-QT-Syndrom(LQTS)) im Wasser und an Land ähnlich hoch sind. Ziel der vorliegenden Studie war es, bei im Wasser gefundenen Leichen Mutationen oder Polymorphismen im Ionenkanalgen KCNQ1 zu finden, die mit dem Long-QT-Syndrom Typ 1 assoziiert werden. So sollte zum einen die molekulare Autopsie mit gezielter Suche nach diesen Veränderungen als weiteres diagnostisches Mittel bei Todesfällen im Wasser etabliert werden und zum anderen den nachweisbaren Mutationen eine mögliche Pathogenität zugeordnet werden. Es wurden Trockenblutproben von 198 im Wasser verstorbenen Personen auf Mutationen in fünf Exons von KCNQ1, in denen Mutationscluster beschrieben wurden, mittels Sequenzierungs-Polymerase-Kettenreaktion untersucht. Zur Bestätigung der Sektionsdiagnose „Ertrinken“ wurde, wenn möglich eine histologische Untersuchung des Lungengewebes durchgeführt. Obwohl LQTS zu den häufigsten hereditären Arrhythmiesyndromen zählt, das LQT1 wiederum das häufigste LQTS ist und Schwimmen zudem ein Triggerfaktor für das LQT1 ist, konnte keine Mutation im untersuchten Kollektiv in den analysierten Exons gefunden werden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass in Ertrinkungsfällen die Analyse des einzelnen Genes KCNQ1 nicht ausreicht, um eindeutige Hinweise auf die Todesursache zu bekommen. Das LQT1 weist eine inkomplette Penetranz auf und ist nicht auf eine oder wenige spezielle Mutationen zurückzuführen. Offenbar spielen mehrere genetische Faktoren und Umwelteinflüssen eine Rolle.

In cases of bodies found in water a conclusive diagnosis of cause of death is often impossible. Even if drowning can be confirmed, it is still often considered to be unexplained. Deaths in water, including cases of drowning without explanation, as well as all other sudden deaths can be determined as “sudden unexplained deaths” or “sudden cardiac deaths”. Thus, it can be assumed, that the percentage of cases with primary arrhythmia syndromes including the “Long-QT-syndrome” (LQTS) is the same among deaths in water as well as on land. The aim of this study was to find mutations in the ion-channel gene KCNQ1, which are associated with the LQTS type 1. Thus, a targeted search for these mutations should establish a way of molecular autopsy as a new means of determining cause of death in bodies found in water and also identify a possible pathogenicity of those mutations. Dried blood-samples of 198 cases of drowning were screened for mutations in five exons of the gene KCNQ1 (which have been shown to harbor major mutation-clusters) by sequencing-amplification. To confirm the diagnosis of drowning, a histological examination of lung-tissue was performed where possible. Even though LQTS is one of the most prevalent hereditary arrhythmia syndromes, LQT1 is the most frequent LQTS and swimming is considered to be the trigger to cause possibly fatal arrhythmias in LQT1-patients, none of the cases investigated in this study showed any mutation of KCNQ1 at all in the chosen exons. Therefore, this study shows that the analysis of the single gene KCNQ1 is not sufficient to achieve the diagnosis of drowning. LQT1 shows an incomplete penetrance and cannot be attributed to one or a few certain mutations. Obviously more genetic factors as well as environmental effects are involved.

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Tzimas, Iliana: Bedeutung von Mutationen im Gen KCNQ1 bei Todesfällen im Wasser. 2018.

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