Weite der Stimmbandebene und Atemfluss bei Patienten mit unterschiedlichen Lungenerkrankungen

Um die Frage zu beantworten, welche Stimmbandbewegungsmuster physiologisch sind, wenn eine Lungenerkrankung vorliegt und wann eine Vocal Cord Dysfunction (VCD) diagnostiziert werden kann, wurde in dieser Arbeit die Stimmbandbewegung bei 52 Patienten mit unterschiedlicher Lungenfunktion untersucht. Eine Videolaryngoskopie und der Atemfluss wurden synchron aufgezeichnet und später Frame für Frame analysiert. Der Winkel zwischen den Stimmbändern und die Öffnungsfläche wurden als Maß für die Glottisweite gemessen. Sowohl der maximale inspiratorische als auch der minimale exspiratorische Winkel zeigen eine sehr breite Streuung. Die Glottisöffnung unterscheidet sich signifikant zwischen Patienten mit unterschiedlichen Lungenfunktionsstörungen. Bei Patienten mit obstruktiver Lungenfunktionsstörung war die Stimmbandadduktion bei der Exspiration stärker ausgeprägt. Außerdem kann ein Zusammenhang zwischen Glottisweite und Lungenfunktionsparameter nachgewiesen werden. Am deutlichsten korreliert eine geringe Einsekundenkapazität in % des Sollwertes mit einer größeren Stimmbandbewegungsamplitude. Diese Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass eine verstärke Stimmbandadduktion in Exspiration insbesondere bei Patienten mit obstruktiver Lungenfunktionsstörung auftritt als ein physiologischer Mechanismus, um ein intrinsischer positiv-endexpiratorischer Druck sicherzustellen. Da die Stimmbandbewegung eine sehr breite Streuung zeigt und unter anderem durch die Lungenfunktion beeinflusst zu werden scheint, schlussfolgern wir, dass die Glottisweite allein für die Diagnose und den Schweregrad einer VCD ein unzureichendes Kriterium ist. Die exemplarische Analyse des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Stimmbandbewegung und Atemfluss zeigt tendenziell gleichläufige Kurven bei allen Patienten. Bei einem Patienten mit dem klinischen Bild einer VCD zeigt sich hingegen eine komplette Phasenverschiebung zwischen der Stimmbandbewegung und dem Atemfluss. So lässt sich vermuten, dass der zeitliche Zusammenhang zwischen Stimmbandbewegung und Atemfluss für die Beurteilung der Relevanz und des Schweregrads einer VCD der entscheidende Faktor ist.

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