Deutungsmuster der Energiewende auf lokaler Ebene : Erste Ergebnisse aus NRW
Die Energiewende in Deutschland führt zu vielfältigen, oft kontroversen Debatten. Öffentliche Diskurse und die mit ihnen in Wechselwirkung stehenden individuellen und kollektiven Deutungsmuster stellen zentrale Faktoren für den Erfolg der Energiewende dar, weil sie Akzeptanz und mittelbar auch individuelles Verhalten beeinflussen. Energiewende-Diskurse und die durch sie vermittelten Deutungsmuster können sich in einem sozial, geographisch, ökonomisch und demographisch so heterogenen Land wie Nordrhein-Westfalen je nach lokalem Kontext, Geschichte und Mentalität stark unterscheiden.
Dieses Working Paper gibt daher einen Überblick über die Ergebnisse einer explorativen Presse- und
Onlineanalyse lokal bezogener Energiewende-Diskurse in NRW, die im Rahmen des Projekts „Mentalitäten
und Verhaltensmuster im Kontext der Energiewende in NRW“ entstanden sind. Dabei wurden zwei Fallbeispiele untersucht: die Stadt Duisburg und der Hochsauerlandkreis. Wichtige Erkenntnisse
sind der Einfluss lokaler Spezifika auf den Energiewende-Diskurs sowie eine graduell unterschiedliche
Bewertung der Energiewende abhängig von Akteursgruppe und Fallbeispiel. Konkret zeigte sich, unter
anderem, dass die Bewertung der Energiewende in der Presse überwiegend negativ ausfällt, die Themen
Geld, Kosten und Preise dominant sind und das Thema Umweltschutz bei der Berichterstattung in den
Hintergrund tritt. Darüber hinaus lässt sich hier ein Wandel der Deutungsmuster je nach Erscheinungsjahr beobachten. Zwischen Presse-Analyse und Online-Analyse zeigten sich deutliche Unterschiede. Die Bewertung der Energiewende fällt in den Ergebnissen der Online-Analyse vorwiegend positiv aus. Dem steht allerdings eine vorwiegend negative Bewertung der konkreten Umsetzung der Energiewende gegenüber.
Was die am Diskurs beteiligten Akteure, die vorherrschenden Deutungsmuster und ihre Verteilung
angeht, zeigen sich deutliche Differenzen zwischen den Fällen, deren Regelmäßigkeiten erst durch
eine genauere Differenzierung nach einzelnen Gemeinden und sozialen Akteuren verständlich werden.
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