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Erfahrungen mit Placebo/Nocebo, unspezifischen Therapien und komplementären Verfahren in Apotheken

Schröder, Christiane

Die Datenlage zur Einstellung der Apotheker zu komplementären Heilmethoden und zu Placebo bzw. Placebo- und Nocebo-Antworten ist sehr begrenzt. Um die Datenlage in diesem Zusammenhang zu erweitern, wurden 200 Apotheker mittels eines Fragebogens zum Kenntnisstand zu Placebo/Nocebo, zu der Anwendung unspezifischer Therapien, zu der Einschätzung und Verwendung komplementärer Heilmethoden, zu ihrer pharmazeutischen Tätigkeit und Grundhaltung, sowie zu dem Einfluss des Placebo-Effektes auf die Wirksamkeit von Arzneimitteltherapien und zu dem Nocebo-Effekt befragt. Zusammenfassend zeigen die Befunde, dass ein Großteil der Apotheker Placebo- und Nocebo-Antworten kennen. Sie sehen den Einsatz reiner Placebos auch außerhalb klinischer Studien als eine Therapiemöglichkeit. Ca. 50% der Apotheker setzen Homöopathika, Vitamine und Mineralien, leichte Beruhigungsmittel und unterdosierte Arzneimittel als Pseudo- Placebo ein. Die Apotheker wollen dadurch die Erwartung des Patienten erfüllen eine wirksame Medikation für ihre Symptome zu erhalten, während eine Nocebo- Antwort durch eine positive Kommunikation vermieden wird. Komplementäre Heilmethoden werden als sinnvolle Ergänzung gesehen, wobei die Phytopharmaka den höchsten Stellenwert einnehmen, gefolgt von den Homöopathika. Ein Großteil der Apotheker wünscht sich eine engere Zusammenarbeit mit den Ärzten. Ob und wieweit Apotheker die Kommunikation bewusst einsetzen, um eine Wirkverstärkung zu erreichen und Nocebo-Effekte zu vermeiden, sollte in weiteren Untersuchungen dokumentiert werden. Auch der Einfluss der Kommunikation der Apotheker in Bezug auf die Erfüllung von Rabattverträgen und der damit verbundenen Non-Compliance und dem Auftreten von Unverträglichkeiten sollte näher analysiert werden.

So far, surprisingly little is known about the attitude of pharmacists towards complementary medicine and placebo- or nocebo-effects. To approach this issue and to extent the existing data in this field, 200 pharmacists were interviewed with questionnaires regarding their attitude and experience with placebo/nocebo- responses, the knowledge of complementary medicine, pharmaceutical employment, experience with the impact of placebo-effects on drug treatment efficiency. The results show that most pharmacists are familiar with placebo- or nocebo-effects. Moreover, they vision the use of placebo-effects as an additional treatment option also outside the clinic. Almost 50% of all interviewed pharmacists prescribe homeopathic compounds, vitamines and minerals, weak tranquilizing drugs, as well as sub-therapeutic remedies as "pseudo-placebo" to measure up to the patients expectations of gaining a drug that cures symptoms. Contrary, a nocebo-response is said to be avoided by "positive" communication with the patient. Complementary medicine is also seen as reasonable supplementary therapy, whith a high value on phytopharmaceuticals and homeopathica compounds. Finally, most pharmacists would highly appreciate a more closer collaboration with physicians. However, whether and to what extend pharmacists are able to apply their communication skills as positive enhancer for drug efficency or as inhibitor of nocebo-responses needs to be evaluated in further studies. Likewise, the influence of these communication skills regarding discount contracts with the pharmaceutical industry, the associated non- compliance, as well as the occurance of side-effects have to be analyzed in more detail.

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Schröder, Christiane: Erfahrungen mit Placebo/Nocebo, unspezifischen Therapien und komplementären Verfahren in Apotheken. 2016.

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