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Prädiktoren und Mediatoren des weiterführenden Cybermobbings mit Videos

Polzer, Christin

Cybermobbing wird in Anlehnung an das traditionelle Mobbing als absichtsvolles, wiederholtes Schikanieren unterlegener Personen mittels elektronischer Kommunikationstechnologien definiert. Beim traditionellen Mobbing tragen die Beobachter des Mobbings entscheidend zu dessen Bestehen oder Beenden bei, indem sie entweder den Täter anfeuern, wegschauen, oder das Opfer unterstützen. Obwohl angenommen wird, dass beim Cybermobbing vor allem die Unterstützung durch das Publikum die Tragweite eines Vorfalls wesentlich bestimmt, war diese bisher noch nicht Gegenstand der Forschung. In drei Laborstudien mit quasi-experimentellen und experimentellen Ansätzen wird untersucht, welche Faktoren eine Beteiligung am weiterführenden Cybermobbing, d.h. dem Verbreiten sich bereits im Umlauf befindender bloßstellender Videos, vorhersagen. Dazu wurden junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren befragt (Studie 1: 100 Teilnehmer; Studie 2: 97 Teilnehmer; Studie 3: 80 Teilnehmer). Die Ergebnisse zeigen, dass beim Teilen bloßstellender Videos die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse, d.h. sich selbst gut zu fühlen, statt der negativen Konsequenzen für die vermeintlichen Opfer im Vordergrund steht. Für die Präventionsarbeit gegen Cybermobbing implizieren diese Ergebnisse, dass Aufklärung über die möglichen Konsequenzen geleistet werden sollte, die durch die Weiterleitung solcher Videos entstehen können. Beispielsweise sollte dazu angeregt werden, vor dem Teilen bloßstellender, entwürdigender Videos über mögliche Konsequenzen nachzudenken und gegebenenfalls ein solches Video zu melden.

Referring to traditional bullying, cyberbullying is defined as intentional, repeated act to victimize persons, who are inferior, by the use of electronic communication technologies. Studies about traditional bullying revealed that bystander of an incident determine whether the bullying proceeds or is stopped by encouraging the bully or by looking away or by supporting the victim. Although it is widely assumed that mainly the audience is respondent for the repetition of cyberbullying, the support of cyberbullying by the audience was not in the spotlight of research yet. Three studies with quasi-experimental and experimental designs examined factors that predict why people participate in cyberbullying, i.e. sharing compromising videos which are already online. For this purpose young adults aged 18 to 30 years were interviewed (study 1: 100 participants; study 2: 97 participants; study 3: 80 participants). The results revealed that people who share compromising videos, which are already online, satisfy their own needs above all. Sharing compromising videos, which they evaluate as funny and encouraging, makes them feel good. However, they probably ignore the consequences for the victims. According to these results and in order to prevent cyberbullying with videos, an understanding of the consequences should be given. For example, people should be taught to think of the consequences the persons shown in the videos might experience before sharing a compromising video and report it to those responsible.

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Polzer, Christin: Prädiktoren und Mediatoren des weiterführenden Cybermobbings mit Videos. 2014.

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