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Die Wirkung von hCG auf die Dezidualisierung ektoper endometrialer Läsionen als therapeutischer Ansatz zur Behandlung der Endometriose

Koch, Yvonne

Trotz jahrzehntelanger Forschung ist die Pathogenese der Endometriose heutzutage immer noch nicht ausreichend verstanden und die vorhandenen Therapiemöglichkeiten sind begrenzt. Die aktuelle medikamentöse Behandlung der Endometriose basiert auf der hormonellen Unterdrückung des Menstruationszyklus. Da diese Therapie mit unerwünschten Nebenwirkungen und hohen Rezidivraten verbunden ist, besteht eine Notwendigkeit spezifischere therapeutische Strategien zu entwickeln. In der Literatur wurde beschrieben, dass die Schwere der Erkrankung entscheidend dadurch beeinflusst wird, ob die endometrialen Zellen an den ektopen Stellen proliferieren oder differenzieren. Ziel dieser Arbeit war es daher mit Hilfe des humanisierten Endometriose-Mausmodells die Wirkung von Progestinen kombiniert mit zyklischen Adenosinmonophosphat (cAMP)-steigernden Substanzen auf die Induktion der terminalen Differenzierung (Dezidualisierung) humanen ektopen endometrialen Gewebes in vivo zu untersuchen. In der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, dass die Dezidualisierung ektopen endometrialen Gewebes signifikant durch die Applikation von Progesteron und humanem Choriongonadotropin (hCG) induziert werden kann, während die Behandlung mit Progesteron alleine keinen und die Kombination von Progesteron und Forskolin einen deutlich schwächeren Effekt zeigte. Durch Induktion der terminalen Differenzierung der ektopen endometrialen Stromazellen konnte die Proliferationsrate im Vergleich zum Kontrollgewebe reduziert werden. In Kombination mit hCG zeigte Medroxyprogesteronacetat (MPA) den gleichen Effekt auf die Dezidualisierung des ektopen endometrialen Gewebes wie Progesteron. Im Gegensatz zu der Behandlung mit Progesteron und hCG zeigte sich jedoch nach Applikation von MPA und hCG eine deutlich höhere interindividuelle Varianz des Gewebes verschiedener Patientinnen in der Reaktion auf die Behandlung. Interessanterweise zeigte sich in den ektopen endometrialen Läsionen, in denen eine starke Dezidualisierungsreaktion durch die Behandlung mit MPA und hCG ausgelöst wurde, eine starke Expression aktivierter Caspase 3, einem Marker für apoptotische Zellen, im dezidualisierten Stroma. Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung zeigen erstmalig, dass es möglich ist ektope endometriale Stromazellen in vivo terminal zu differenzieren und somit Apoptose in diesen Zellen auszulösen. Auf die Ergebnisse der vorliegenden Studie können weiterführende Analysen aufbauen, um neuartige Behandlungsstrategien für die Endometriose zu entwickeln.

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Koch, Yvonne: Die Wirkung von hCG auf die Dezidualisierung ektoper endometrialer Läsionen als therapeutischer Ansatz zur Behandlung der Endometriose. 2014.

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