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Geschlechtsunterschiede in mathematischen Fähigkeiten und akademischen Selbstkonzepten bei Kindern im Vor- und frühen Grundschulalter

Sahr, Katleen LSF

Bei Betrachtung der aktuellen Forschungslage bezüglich Geschlechtsunterschieden in mathematischen Fähigkeiten bei Kindern im Vor- und frühen Grundschulalter ergeben sich Forschungsdesiderata insofern, dass vor allem für den deutschsprachigen Raum kaum Untersuchungen zu Unterschieden zwischen Mädchen und Jungen in diesem frühen Altersbereich vorhanden sind bzw. die Ergebnisse inkonsistent ausfallen. Ähnlich verhält es sich mit Studien zum akademischen Selbstkonzept. Somit werden in der Dissertation drei Studien vorgestellt, die die angesprochenen Themen genauer betrachten. Die erste Studie befasst sich mit Geschlechtsunterschieden in mathematischen Fähigkeiten von Vor- und Grundschülern. Es zeigte sich, dass Jungen ab der zweiten Klasse bessere mathematische Fähigkeiten aufweisen, allerdings nur wenn die verbalen Fähigkeiten berücksichtigt werden. Als mögliche Erklärung für die frühen Leistungsunterschiede könnten Unterschiede in den akademischen Selbstkonzepten herangezogen werden, da die Zusammenhänge zwischen den Einstellungen bezüglich der eigenen Fähigkeiten und entsprechender Leistungen bereits nachgewiesen wurden. Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten zur Erfassung des akademischen Selbstkonzepts von Kindern zu Beginn der Grundschulzeit wird in der zweiten Studie ein neues Verfahren vorgestellt, mit dem die fachspezifischen Selbstkonzepte valider erfasst werden können als mit den zumeist angewendeten Fragebogenmethoden. Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigten die Überlegenheit des neuen Verfahrens, da die Korrelationen mit Leistungswerten (Lehrereinschätzung und Testverfahren) für den adaptiven Mitschülervergleich höher ausfielen als für die üblicherweise genutzten Fragebogenitems. Die konvergente Validität kann somit für den Mitschülervergleich als neues Verfahren im Gegensatz zu den Fragebogenitems als gesichert angesehen werden. In der dritten Studie wurden der adaptive Mitschülervergleich und zusätzlich auch die Fragebogenitems eingesetzt, um Geschlechtsunterschiede zwischen verschiedenen fachspezifischen Selbstkonzepten zu Beginn der Grundschule zu untersuchen. Es zeigten sich keine Selbstkonzeptunterschiede zwischen Mädchen und Jungen bei Erfassung der Selbstkonzeptfacetten mittels Mitschülervergleich. Bei Verwendung der Fragebogenitems konnten für die Bereiche Lesen und Schreiben auch keine Geschlechtsunterschiede gefunden werden. Allerdings erreichten Mädchen beim Fragebogenverfahren höhere Werte beim mathematischen Selbstkonzept als Jungen. Zusätzlich wurden weitere Variablen wie z.B. Lehrereinschätzungen und Testleistungen zur Erklärung dieses Effekts betrachtet. Zusammenfassend konnten insgesamt neue bzw. aktuelle Erkenntnisse bezüglich der Geschlechtsunterschiede in mathematischen Fähigkeiten und akademischen Selbstkonzepten bei jungen Kindern für den deutschsprachigen Raum gewonnen werden.

When looking at the current research concerning the gender gap in mathematical abilities with children in kindergarten and elementary school, a lack of studies is obvious. Especially in German-speaking countries there are few studies about gender differences with young children and results are inconsistent. It is the same problem with research about the academic self-concept. Thus, in this doctoral dissertation three studies about the correspondent topics are presented. The first study addresses gender differences in mathematical abilities of kindergarten and elementary school children. Results show that boys perform better than girls in 2nd grade, but only if verbal abilities are integrated into the analyses. A possible reason for that finding could be found in differences of academic self-concept, because correlations of attitudes towards one´s abilities and the appropriate achievement have been demonstrated in many studies. Possibilities for measuring young children´s academic self-concept are limited. Thus, in the second study a new method is introduced, so that academic self-concepts can be measured in a more valid way than with usual paper-pencil questionnaires. Results approve the advantage of the new method because analyses show high correlations with achievement values (teacher ratings and mathematical test), but not for the usual items of questionnaires. Therefore, convergent validity seems to be assured for the new and adaptive classmate comparison method. In the third study again the classmate comparison method and the usual questionnaire items were used to investigate gender differences in subject-specific self-concepts at the beginning of elementary school. No differences between girls and boys can be found when using the classmate comparison method. It is the same for the reading and writing self-concepts when using the questionnaire items. But girls rated their mathematical self-concept higher than boys when asking with the questionnaire item. Additional variables like teacher ratings and a mathematical test were measured to find an explanation for this effect. Summing up, new and updated results concerning gender differences in mathematical abilities and academic self-concept with young children especially in Germany could be produced.

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Zitierform:

Sahr, Katleen: Geschlechtsunterschiede in mathematischen Fähigkeiten und akademischen Selbstkonzepten bei Kindern im Vor- und frühen Grundschulalter. 2013.

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