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Multimedia Learning in Primary Schools : Multimedia Effects, Modality Effects and Attentional Guidance

Herrlinger, Simone LSF

Selbst im technologischen Zeitalter des 21. Jahrhunderts gehören Bücher (Texte und Bilder) nach wie vor zu den wichtigsten Informationsmedien einer Gesellschaft. Die dem Text- und Bildverständnis zugrunde liegenden kognitiven Prozesse sind gut erforscht und werden bei Empfehlungen zur Gestaltung von Texten und Bildern berücksichtigt (Mayer, 2005a, für eine Einführung in multimediales Lernen). Die Forschung kann mittlerweile auf einen Pool von multimedialen Designprinzipien blicken (Mayer, 2005b, für einen Überblick), von denen zwei in dieser Dissertation näher beleuchtet werden. Nach dem Multimediaprinzip ist es lernförderlicher, wenn Texte zusammen mit Bildern präsentiert werden, als wenn man Texte ohne diese präsentiert (Fletcher & Tobias, 2005). Werden Texte zusammen mit Bildern dargeboten, stellt sich, dem Modalitätsprinzip folgend, ein weiterer Lernzuwachs ein, wenn der Text auditiv anstatt visuell präsentiert wird (Low & Sweller, 2005). Ein Ziel der vorliegenden Arbeit bestand darin, die Gültigkeit dieser beiden Designprinzipien in einem realistischen Kontext mit Grundschülern zu überprüfen (Experiment 1 und 2). Die Ergebnisse legen nahe, dass beide Prinzipien – scheinbar in Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Lernzeit – nicht für alle Informationsquellen (im Text präsentierte Information, im Bild präsentierte Information, sowohl im Text als auch im Bild präsentierte Information und Transferinformation; Peeck, 1974;1994) gleichermaßen gelten. Bei kürzerer Lernzeit ist zudem die Gefahr gegeben, dass Bilder die Aufmerksamkeit der Grundschüler auf sich ziehen (Experiment 1); dies führt zu Lerneinbußen hinsichtlich derjenigen Information, die lediglich im Text enthalten ist (shift-of-attention effect; Brünken & Leutner, 2001). Ein weiteres Ziel der Dissertation bestand darin, die Effektivität von instruktionalen Hilfen auf die Text- und Bildverarbeitung zu untersuchen (Experiment 2). Den zugrunde liegenden theoretischen Rahmen bildete die Kognitive Theorie des Multimedialen Lernens (Mayer, 2005c; 2009) sowie ein Ansatz zur Kohärenzbildung (Seufert, 2003; Seufert & Brünken, 2004). Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass instruktionale Hilfen (Selektions-/Organisations- und Integrationshilfen) das Lernergebnis der Grundschüler nicht verbessert haben. Der theoretische Ertrag wird in einem potentiellen Beitrag der Ergebnisse zur Elaboration der Theorien des multimedialen Lernens gesehen. Der praktische Ertrag besteht darin, dass Lehrer/innen die Vorteile des Modalitätsprinzips, besonders bei kürzeren Lernzeiten, nutzen sollten. Zudem sollten sie bei der Gestaltung von instruktionalen Hilfen darauf achten, dass ihre Schüler/innen nicht von einer zu großen Informationsflut überwältigt werden.

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Zitierform:

Herrlinger, Simone: Multimedia Learning in Primary Schools. Multimedia Effects, Modality Effects and Attentional Guidance. 2012.

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