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Gesunde Kinder in gesunden Kommunen – Sozialräumliche Vernetzung zur Förderung des schulischen und außerschulischen Bewegungsverhaltens von Kindern am Beispiel der Kommune Velen

Hoffmann, Dirk LSF

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Effekte eines speziellen, standardisierten curricularen Interventionskonzeptes zur Gesundheitsförderung im Rahmen des dreistündigen wöchentlichen Sportunterrichts an Grundschulen aufzuzeigen. Dabei werden auch Bedingungsvariablen erkannt und benannt, die auf die Umsetzung dieses Konzeptes einen förderlichen oder auch hinderlichen Einfluss genommen haben. Das Interventionskonzept stellt einen singulären Baustein eines umfangreichen Handlungskataloges curricularer, co-curricularer und extracurricularer Interventionsmaßnahmen dar, die im Rahmen eines multisektoralen kommunalen Interventionskonzeptes -„Gesunde Kinder in gesunden Kommunen“ - zur Förderung eines aktiven Lebensstils bei Kindern zum Tragen kommen. In der Entwicklung einer bewegungs- und sportorientierten Kinder- und Jugendsportforschung können vier differente Zugangsweisen unterschieden werden. Eine synergetische Betrachtung der vielfältigen Parameter, die einen Einfluss auf das bewegungs- und sportorientierte Verhalten von Kindern und Jugendlichen ausüben, findet - wenn überhaupt - nur in Ansätzen statt. Zudem liegen wissenschaftlich abgesicherte Ergebnisse eines disziplinübergreifenden Ansatzes noch nicht vor. Auch im schulischen und im außerschulischen Kontext (Sportverein) nimmt das Thema „Gesundheitsförderung“ einen hohen Stellenwert ein. Interventionsmaßnahmen überwiegend co-curricularer Natur haben eine lange Tradition, nicht nur im Rahmen des Schulsports. Multisektorale Ansätze bilden jedoch auch hier die Ausnahme. Im Fokus der Untersuchungen der vorliegenden Arbeit steht die Überprüfung von Effekten eines spezifischen Interventionskonzeptes auf die allgemeine sportmotorische Leistungsfähigkeit, das psychische und somatische Befinden sowie von Auswirkungen auf verschiedene Aspekte des allgemeinen Bewegungsverhaltens sowie der sportlichen Aktivität. Die Durchführung der Intervention erfolgte bei Kindern der zweiten und dritten Jahrgangsstufe zweier Schulen einer ländlichen Gemeinde in Nordrhein-Westfalen. Hierbei kam ein Interventions-/Kontrollgruppendesign mit Prä- und Posttest zum Einsatz. Insgesamt gehen die Daten von 124 Kindern der 2. und 3. Klassen an zwei ausgewählten Grundschulen in die Auswertung der Untersuchung ein. Die Umsetzung des Konzeptes wurde in enger Zusammenarbeit von schulischen und außerschulischen Partnern realisiert. Zur Analyse der verschiedenen Parameter wurde ein interdisziplinäres Instrumentarium entwickelt und zusammengestellt. Zur Erfassung der basismotorischen Fähigkeiten wurde der auf das Interventionsdesign abgestimmte „GKGK-Test“ eingesetzt, der eine leicht veränderte und erweiterte Form der motorischen Testbatterie des „Motorischen Tests für Kinder und Jugendliche“ (dvs, 2007) darstellt. Weiterhin kamen standardisierte Fragebögen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (KID-Kindl 3-6 und 7-12; Ravens-Sieberer & Bullinger, 1999) sowie des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens zum Einsatz. Der Fragebogen zum Ernährungsverhalten (aid-infodienst, 2004), der im Posttest nicht benutzt wurde, ist nicht Gegenstand der vorliegenden Analyse. In Abhängigkeit der unterschiedlich ausgelegten Interventionsziele konnten bei beiden Interventionsgruppen überwiegend positive Effekte erzielt werden, und zwar sowohl im Bereich der Entwicklung der motorischen Basiskompetenzen als auch hinsichtlich der allgemeinen Befindlichkeit und des Bewegungsverhaltens der Probanden. Statistisch signifikante Interventionseffekte konnten für die Interventionsgruppe des 2. Schuljahrs bei vier, für die Probanden des 3. Schuljahrs bei zwei Parametern nachgewiesen werden. Sich ebenfalls abzeichnende eher geringe signifikante Effekte müssen im Kontext unterschiedlicher Einflüsse betrachtet und bewertet werden. Dies gilt auch für widersprüchliche Ergebnisse in den verschiedenen Untersuchungsfeldern, die vor dem Hintergrund methodischer Mängel und anderer Einflussfaktoren diskutiert wurden.

Several European reviews on the epidemic of obesity and sedentary lifestyles recommend a multi-sector network strategy on community level to counteract the decrease of physical activities and the increase of overweight and obesity. The “Healthy children in sound communities” (HCSC) strategy implements a typical setting approach for primary school children which links physical education with the subject of “science” (teaching about the role of PA and nutrition for health) at school with a range of extra-curricular physical activities within the local community. In the study 5 German PE classes at two schools (2nd and 3rd grade) participated as intervention and control class samples. A special curriculum of three hours of PE per week has been designed: one hour for basic motor skills development; one hour for general play education and one hour for special target groups of the class units to further balance any special deficit in motor skills development. The HCSC test manual was used (8 items of basic motor skills e.g. coordination, strength, aerobic endurance and 3 items of coordination tasks with different ball materials) for measurement before (Oct. 2007) and has been used after a teaching unit (March, 2008) as a part of the study of the project. In addition, the pupils` weekly physical regime was recorded by entries in questionnaires. As a third instrument of the study a validated self-concept questionnaire regarding health and well-being (KID-Kindl) was used. Results of the pre-test show an extreme inhomogeneous range of motor development in same age and gender groups of the pupils: Minimum and maximum results of some items differ by up to 100 p.c.. Early PA involvement and moderate weekly frequencies coincide with regular age related motor development, BMI and a better self-esteem. In both groups, the intervention and control class the BMI was reduced. Girls BMI of the intervention class reduced from 17.84 down to 16.18 and for the boys of the intervention class from 16.82 down to 15.97. Regarding the BMI, there are only small differences between the groups. However, the reduction for the Intervention class was a little higher. Box plots which document the homogeneity of a sample group and the percentiles of its range from the 25th to 75th percentile show for motor development a superior increase of the intervention groups compared to the control groups. However, data of the post-tests only document a superior result in endurance power (push ups), but results of the 50th to 75th percentiles of the intervention group and particularly the 75th to 100th percentiles of the intervention class are as good as or even better in coordination than their respective counterparts of the control group. A more comprehensive view to compare the results of the intervention and control group documented by a correlation matrix finds out that correlation of fitness items like power/stamina, coordination and endurance at the time of the post test of the intervention group is on a significant higher level than at the pre-test. For the control group there exist a reverse development: Spearman`s product moment correlation coefficients was higher at the pre-tests.

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Hoffmann, Dirk: Gesunde Kinder in gesunden Kommunen – Sozialräumliche Vernetzung zur Förderung des schulischen und außerschulischen Bewegungsverhaltens von Kindern am Beispiel der Kommune Velen. 2010.

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