Lothar Brendel :

Lifetime of Layer-Wise Crystal Growth

Dissertation angenommen durch: Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, Fakultät für Naturwissenschaften, Institut für Physik, 2001-05-27

BetreuerIn: Prof. Dr. Dietrich E. Wolf , Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, Fakultät für Naturwissenschaften, Institut für Physik

GutachterIn: Prof. Dr. Dietrich E. Wolf , Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, Fakultät für Naturwissenschaften, Institut für Physik
GutachterIn: Prof. Dr. Peter Entel , Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, Fakultät für Naturwissenschaften, Institut für Physik

Schlüsselwörter in Englisch: crystal growth, molecular beam epitaxy, layer-by-layer growth, shot noise
Schlüsselwörter in Deutsch: Kristallwachstum, Molekularstrahlepitaxie, lagenweises Wachstum, Schrotrauschen

 
   
 Klassifikation     
    Sachgruppe der DNB: 29 Physik, Astronomie
Physics and Astronomy Classification Scheme (PACS): 81.15.Aa, 81.15.Hi, 05.10.Ln
 
   
 Abstrakt     
   

Abstrakt in Englisch

The lifetime of layer-by-layer growth of crystal surfaces, mainly in the context of growth conditions found in molecular beam epitaxy (MBE), is the central issue of this thesis. These conditions imply a driven system far from equilibrium which relaxes due to surface diffusion. At first, the ceasing of layer-by-layer growth due to fluctuations in the particle supply is considered. A theory for the according lifetime is presented and confirmed for the one-dimensional surface. Special care is taken for the two-dimensional case where deviations from previous results are found, explained, and used to revise the assumptions on which the theory is based. In particular the applicability of the -- commonly accepted -- conserved KPZ continuum equation and the premise of a single morphologically relevant length scale are affected. The practically more relevant scenario of layer-by-layer growth's breakdown caused by barriers to interlayer transport (which give rise to the Villain instability) is studied. Data obtained from computer simulations is compared to the predictions of a linear stability analysis and is used to foretell the effect of counteracting variations of energy barriers. The latter enables to decide in which cases a strained surface is either hindering or advantageous for layer-by-layer growth. A mean field model describing surface growth, which lacked up to now a systematic treatment, is investigated. For the basic version, the asymptotic behavior is derived exactly and -- tuning the sole control parameter -- a transition from Poisson-like growth to persistent layer-by-layer growth is found together with a non-trivial powerlaw behavior right at the transition point. Finally the extensibility of the model to include a finite lifetime of layer-wise growth is examined. The damping of oscillations of certain surface-sensitive quantities is the manifestation of the surface's roughening which terminates the layer-by-layer growth. A scenario alternative to the roughening is suggested. It leads as well to damping of oscillations and consists of a step bunch which dissolves during growth and ''floods'' an adjacent terrace. Growth simulations of this process are compared to a deterministic model and to experimental results. Finally several toy models for surface growth, subjected to noise reduction are considered. The latter technique makes possible layer-by-layer growth also in these models and the dependence of its lifetime on the degree of the noise reduction is studied. The main focus is on the behavior's relation to continuum equations and the corresponding universality classes, which are commonly used to classify the different models.

Abstrakt in Deutsch

Die Lebensdauer des lagenweisen Wachstums von Kristalloberflächen, insbesondere unter Bedingungen, wie sie bei der Molekularstrahlepitaxie zu finden sind, ist das zentrale Thema dieser Arbeit. Diese Wachstumsbedingungen kennzeichnen ein getriebenes System fern vom Gleichgewicht, welches letzterem durch Oberflächendiffusion zustrebt. Zuerst wird das Verschwinden des lagenweisen Wachstums bedingt durch Fluktuationen in der Teilchenzufuhr untersucht. Eine Theorie der entsprechenden Lebensdauer wird vorgestellt und für den eindimensionalen Fall bestätigt. Besonderes Augenmerk wird auf den zweidimensionalen Fall gerichtet, bei dem Abweichungen von früheren Resultaten gefunden und erklärt werden und welche zur Neubewertung einer der Theorie zu Grunde liegenden Annahme führt. Insbesondere die Anwendbarkeit der -- gemeinhin akzeptierten -- erhaltenden KPZ-Kontinuumsgleichung und der Voraussetzung einer einzigen für die Morphologie relevanten Längenskala sind hiervon betroffen. Die praxisrelevantere Situation des Verschwindens des lagenweisen Wachstums durch den Interlagentransport behindernde Barrieren (die die Ursache für die Villain-Instabilität sind) wird anschließend untersucht. Simulationsergebnisse werden mit den Aussagen einer linearen Stabilitätsanalyse verglichen und erlauben den Effekt von gegensätzlichen Energiebarrierenänderungen vorherzusagen. Damit kann entschieden werden in welchen Fällen eine verzerrte Oberfläche vor- bzw. nachteilhaft für lagenweises Wachstum ist. Ein existierendes mean field Modell zur Beschreibung von Oberflächenwachstum, welches bisher nicht systematisch untersucht wurde, wird behandelt. Für die Grundversion wird das asymptotische Verhalten exakt berechnet und ein Übergang, in Abhängigkeit vom einzigen Kontrollparameter, von Poisson-artigem Wachstum zu anhaltendem Lagenwachstum gefunden mit einem nichttrivialen Potenzgesetz genau am Übergangspunkt. Ergänzend wird die Erweiterungsfähigkeit des Modells in Bezug auf ein Lagenwachstum endlicher Dauer untersucht. Das Verschwinden des Lagenwachstums durch die Aufrauung der Oberfläche zeigt sich in der Oszillationsdämpfung gewisser oberflächensensitiver Messgrößen. Ein weiteres Szenarios, welches ebenfalls zu dieser Dämpfung führt, wird vorgeschlagen. Es handelt sich dabei um ein sich während des Wachstums auflösendes Stufenbündel, welches sich auf eine benachbarte Terrasse ''ergießt''. Wachstumssimulationen dieses Vorgangs werden mit einem deterministischen Modell und Experimenten verglichen. Abschließend wird auf einige stark vereinfachte Wachstumsmodelle (sog. toy models) eine Fluktuationsschwächung angewandt. Diese Technik ermöglicht ein Lagenwachstum auch für diese Modelle, und dessen Lebensdauer in Abhängigkeit der Stärke der Fluktuationsschwächung wird untersucht. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Verbindung zu Kontinuumsversionen und den zugehörigen Universalitätsklassen gerichtet.