Monozentrische retrospektive Datenanalyse zur immunvermittelten Hepatitis oder Transaminitis bei Melanom-Patienten unter Behandlung mit Checkpointinhibitoren

Der Einsatz der Immuncheckpointinhibitoren hat die Behandlung des Melanoms revolutioniert, führt jedoch auch zu verschiedenen immunvermittelten Nebenwirkungen, wobei die immunvermittelte Hepatitis (IMH) eine der häufigsten ist. Ziel dieser Studie war es, die klinischen und laborchemischen Charakteristika und die Therapie der Patienten mit Hepatitis zu analysieren.

Die Ergebnisse der Studie zeigten eine Inzidenz der IMH von 15%. Etwa 9% der Patienten entwickelten eine schwere Hepatitis, wobei die meisten asymptomatisch bzw. oligosymptomatisch waren. Die Diagnose wurde laborchemisch gestellt, dabei war das hepatozelluläre Muster das Dominante. Eine Virusserologie wurde in den meisten Fällen bestimmt, so dass eine gleichzeitige infektiöse Ursache ausgeschlossen werden konnte. Die Autoimmundiagnostik hatte keine klinische Relevanz, da diese sich entweder negativ oder niedrigtitrig positiv zeigte. In wenigen therapierefraktären Fällen erfolgte eine Leberbiopsie. Dabei gab es histologische Unterschiede zwischen den verschiedenen Therapieregimen. Die Kombinationstherapie mit Ipilimumab und Nivolumab wurde als Risikofaktor für die IMH-Entwicklung identifiziert.

Die meisten Patienten benötigten eine Behandlung der IMH und sprachen auf die Kortikosteroide an. Bei den steroidrefraktären Fällen erfolgte eine Zweitlinientherapie mit Mycofenolatmofetil (MMF). Bei einem Fall erfolgte eine Therapie mit Anti-Thymozytenglobulin (ATG) nach gastroenterologischer Absprache. Bei einer Multirefraktärität ist das Nebenwirkungsmanagement interdisziplinär erfolgt.

Bei allen unseren Patienten war die IMH reversibel und hatte im Median 5,6 Wochen gedauert. Etwa ein Drittel der Patienten wurden auf die Immuncheckpointblockade reexponiert, meistens wurde es von einer Kombitherapie auf eine Monotherapie deeskaliert. Circa ein Fünftel davon erlebte ein Wiederauftreten der IMH.

Das Therapieansprechen der 23, mit Ipilimumab und Nivolumab behandelten, metastasierten, first-line Patienten war analog zu der Literatur angegebenen Daten. Die Prognose der gleichen Patientenuntergruppe in unserer Studie war vergleichbar mit den in der Literatur angegebenen Überlebensdaten. Es haben sich keine signifikante Unterschiede im Gesamtüberleben (OS) und progressionsfreien Überleben (PFS) zwischen Patienten mit IMH G1/2 vs. G3/4 gezeigt.

Cite

Citation style:
Could not load citation form.

Rights

Use and reproduction:
This work may be used under a
CC BY 4.0 LogoCreative Commons Attribution 4.0 License (CC BY 4.0)
.