Therapieverläufe der Jugendforensik Marsberg: Welche Jugendlichen lassen sich durch den MRV für Jugendliche resozialisieren? : Katamnesestudie zur Psychotherapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik Marsberg und den Entlassjahrgängen 2002 bis 2018

An der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik in Marsberg gibt es auch einen jugendforensischen Trakt mit aktuell 20 Betten. In die Jugendforensik gelangen in Deutschland Jugendliche, die ihre Indexdelikte im Alter zwischen 14 und 18 Jahren begangen haben, und die vom Strafgericht zum Zeitpunkt der Deliktbegehung als nicht oder nur eingeschränkt schuldfähig befunden wurden.

Die vorliegende Arbeit untersucht als Stichprobe die Entlass-Jahrgänge von 2002 bis 2018 der Jugendforensik Marsberg – in einem Umfang von 72 ehemals Untergebrachten – im Hinblick auf deren Strafrückfälligkeit und stellt dazu die Frage, ob die Untergebrachten, die während ihrer stationären Behandlung mit häufigeren Krisenvorfällen aufgefallen sind, auch nach ihrer Entlassung vermehrt strafrückfällig werden. Die Überlebenszeitanalyse nach Kaplan-Meier zeigt in Bezug auf diese Stichprobe einen eindeutigen Zusammenhang: Ehemals Untergebrachte mit häufigeren Krisenvorfällen während der Unterbringung werden auch nach dem Ende ihrer Behandlung vermehrt strafrückfällig. 

Die untersuchte Stichprobe zeigt jedoch auch: Etwas mehr als die Hälfte der ehemals Untergebrachten wurde nicht mehr straffällig. Dabei sind die Folgestraftaten der ehemaligen Untergebrachten nicht exakt dieselben wie die Straftaten, die zur Unterbringung der Jugendlichen geführt hatten. Vielmehr hat die aktuelle Lebenssituation nach der Unterbringung einen prägenden Einfluss auf die ehemaligen Patienten, wie u.a. auch die Einzelfallschilderungen in dieser Arbeit exemplarisch verdeutlichen.

The psychiatric hospital for children and adolescents in Marsberg, Germany, encompasses a specialized tract for forensic treatment. Consisting of four forensic wards, it includes today 20 beds for adolescents. 

This actual catamnestic study investigates the success of the forensic treatment: How many (Ex-) patients do commit crimes again after the treatment? Sample: 72 former patients of the youthforensic wards in Marsberg between 2002 and 2018. Success criterion: Following Criminal convictions. The current study explores relationships between treatment duration, diagnoses, offenses, crisis incidents during the treatment and following criminal convictions. The Survival Analysis (Kaplan-Meier) results: patients, who caused more crisis incidents during their stay at the hospital, show a higher risk for committing further crimes after the treatment than patients with less incidents during their stay at hospital. 

The transition between the clinical phase in therapy and the following therapy phase in a new and free environment is important: Considering individual cases, further criminal convictions refer especially to actual difficulties in the post-clinical life. Both results seem to be contrary. But there is a inner connection: their emotional problems lead to conduct problems.

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