Wertigkeit unterschiedlicher Belastungsmodalitäten für die Demaskierung einer diastolischen Dysfunktion des Herzens
Eine okkulte Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) kann durch Belastungstests diagnostiziert werden, indem diese eine eingeschränkte linksventrikuläre Compliance aufdecken. Dies gilt selbst dann, wenn diastolische echokardiografische Parameter und der pulmonalkapilläre Verschlussdruck (PAWP) bei einer Rechtsherzkatheteruntersuchung (RHC) in Ruhe im Normalbereich liegen. In dieser Studie wurde die diagnostische Effektivität von vier verschiedenen diastolischen Belastungstests (passives Anheben der Beine, Flüssigkeitsgabe, dynamischer Handgriff und Fahrradergometrie) zur Identifizierung einer HFpEF bei Patientinnen und Patienten mit unklarer Diagnose systematisch untersucht. Ziel war es zu klären, ob die verschiedenen Modalitäten vergleichbare Anstiege des PAWP induzieren können. Der PAWP-Anstieg auf ≥ 25 mmHg gilt dabei als etabliertes diagnostisches Kriterium für eine HFpEF während der Fahrradergometrie. Die Untersuchung wurde an einer Patientenkohorte mit einem intermediären Risikoscore für eine HFpEF durchgeführt, wobei die Patientinnen und Patienten nacheinander alle vier Belastungstests absolvierten. Primärer Endpunkt der Studie war der Unterschied (Δ) zwischen dem Ruhe-PAWP und dem Belastungs-PAWP in den jeweiligen Modalitäten. Sekundäre Endpunkte umfassten Unterschiede (Δ) im mittleren pulmonalarteriellen Druck (mPAP), im Herzzeitvolumen (CO) sowie die Verhältnisse von mPAP und PAWP zu CO. Die Ergebnisse zeigten, dass alle vier Modalitäten zu einem signifikanten Anstieg des PAWP führten. Ein PAWP ≥ 25 mmHg konnte ausschließlich während der Fahrradergometrie zuverlässig erreicht werden (31,1 ± 3,9 mmHg), während bei den anderen Modalitäten nur ein kleiner Anteil der Patientinnen und Patienten diesen Schwellenwert erreichte: Beim dynamischen Handgriff-Test lag der PAWP bei 18,4 ± 6,6 mmHg, bei der Flüssigkeitsgabe bei 18,1 ± 5,6 mmHg und beim passiven Anheben der Beine bei 16,5 ± 7,0 mmHg. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Fahrradergometrie im Vergleich zu den anderen diastolischen Belastungstests die stärkste hämodynamische Reaktion hervorruft und daher als bevorzugte Methode zur Detektion eines PAWP ≥ 25 mmHg bei der HFpEF-Diagnostik angesehen werden sollte. Dies ist besonders relevant, wenn andere Stresstests keine eindeutigen Ergebnisse liefern.