Modality, Ecology, Metaphor
Der Artikel stellt einen Aspekt unseres Umgangs mit der dialektischen Beziehung zwischen den beiden Phänomenen "Ökologie" und "Metapher" heraus. Aus praktischen Gründen behandeln wir nur die semantische Dimension des Problemkreises. Unsere zugrundeliegende Theorie sieht die Metapher und die Analogie sowohl als konzeptuelle Vorgänge und Muster an, als auch als prä-konzeptuelle und a-konzeptuelle Fähigkeiten in Bezug auf das Denken, Sprechen und Handeln. Der erste Teil des Artikels stellt unsere Definition von Ökologie vor, als eine "Philosophie-Wissenschaft" von einem lebenden Universum, einer bewussten Natur und vielen intelligenten Wirklichkeiten. Unsere Auffassung der Ökologie bietet insofern ein neues wissenschaftliches Paradigma an, weil sie eine nicht-dualistische, nicht-reduktionistiche, nicht-kausale und a-kausale Beschreibung von Natur, Gesellschaft und Personen impliziert. Durch eine dialektische Interpretation von Bell’s Theorem übertragen wir diese Einsichten in die Bereiche der Kommunikation und des Dialogs. Im zweiten Teil wird dieses Konzept des Dialogs in einer Praxis weiter ausgeführt. Eine Implikation dieses Konzepts ist das Konzept der Modalität, d.h. der Bezug zwischen Personen und Dialog in der Praxis. Wir unterscheiden zwischen einer Grundstimmung der Modalität und einer Sonderstimmung der Modalität. Die dialogische Modalität ist eigentlich ein Ausdruck der Interferenz zwischen Unterströmungen der Personen und der Situationen, d.h. „streams of consciousness“ mit Gefühls-, Kognitions- und Willens-Wellen. Zentral in unserer Theorie der "Unterströmungen" ist die Idee und die Realität der Einfühlung („empathy“). Wir diskutieren diese Konzepte im Verhältnis zur Semantik im Zuge der Formulierung einer neuen semantischen Matrix. Der dritte Teil des Artikels entfaltet unsere Konzeption von Metapher-Analogie. Beide implizieren Transferenzen der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in und zwischen mentalen Modellen. Wenn die mentalen Modelle verschiedenen Kategorien angehören, bezeichnen wir die Transferenz als Metapher; gehören sie derselben Kategorie an, bezeichnen wir sie als Analogie. Die Metapher impliziert ein Novum in der mentalen Transferenz, und fungiert vom Blickpunkt des Überlebens in anderer Art und Weise als die Analogie. Die Metapher ist beteiligt, wenn sich Individuen, Spezies und das Umfeld qualitativ verändern; die Analogie wirkt dagegen in den Fällen, in denen sich diese quantitativ verändern. Der Artikel schließt mit dem vierten Kapitel, in welchem eine vorläufige Zusammenfassung sowie Diskussionsanstöße gegeben werden.
This essay presents an aspect of our way of dealing with the dialectical relationship between the two phenomena “Ecology” and “Metaphor”. For practical reason we limit our approach to a semantic dimension of the problematics. Our tradition regards metaphor and analogy both as conceptual activities and patterns as well as pre-conceptual and aconceptual capacities of mode of thinking, talking and acting. Section 1 introduces our concept of ecology, namely as a philosophy-science of and for a living universe, a conscious nature, and many intelligent realities. Our view of ecology offers a new scientific paradigm, because it implies a non-dualistic, non-reductionist, non-causal, and a-causal description of nature, society, and persons. Via a dialectical interpretation of Bell’s theorem we transfer these insights to the fields of communication and dialogue. Section 2 continues the exposition of our concept of a dialogue in a praxis. An implication of these concepts is the concept modality, i.e. our ways of relating to the praxis and the dialogue. We distinguish between a ground mood of modality and a particular mood of modality. The dialogical modality is actually an expression of the interference between persons’ and situations’ undercurrents, i.e. streams of consciousness with waves of feelings, cognitions, and volitions. Centrally in our theory of undercurrents stands the idea and reality of empathy. We discuss these concepts in relation to semantics, by formulating a new semantic matrix. Section 3 unfolds our conception of metaphor-analogy. Both imply transferences of similarities and differences in and between mental models. If the mental models belong to different categories, we term the transference metaphor; do they belong to the same category, we term it analogy. The former implies a novum in the mental transference, and from a survival point of view it works differently than the latter. Metaphor is involved when individualities, species and environments change qualitatively, analogy when they change quantitatively. We end our essay in Section 4 by formulating our preliminary conclusion and some invitations for further discussions.
