Hidden Signals: Employing Taxonomy and Functions to Reveal Freshwater Ecosystem Resilience Using Meta-Omics Methods

Süßwasserökosysteme sind sowohl für die Biodiversität als auch für das menschliche Wohlbefinden unverzichtbar, stehen jedoch zunehmend unter Druck durch anthropogene Schadstoffe, darunter behandeltes Abwasser, Schwermetalle, Kunststoffe und Nährstoffungleichgewichte. Mikrobielle Gemeinschaften innerhalb dieser Ökosysteme spielen eine entscheidende Rolle im Nährstoffkreislauf, beim Abbau organischer Substanzen und bei der Wasserreinigung. Mit meinem bioinformatischen Hintergrund und meinem Interesse an der Resilienz von Ökosystemen habe ich mir zum Ziel gesetzt, zu erforschen, wie sich diese mikrobiellen Gemeinschaften an solche Stressfaktoren anpassen und auf sie reagieren. Meine Dissertation verwendet einen umfassenden Meta-Omics-Ansatz, der Metabarcoding, Metagenomik und Metatranskriptomik integriert, um mikrobiellen taxonomischen Wandel und funktionelle Stabilität zu untersuchen und aufzuzeigen, wie funktionelle Redundanz die Aufrechterhaltung wesentlicher Prozesse unterstützt, selbst wenn sich die Gemeinschaftszusammensetzung verändert.

Die Forschung ist in drei Hauptziele unterteilt, die gemeinsam die Reaktionen und Resilienz mikrobieller Gemeinschaften in Süßwasserökosystemen untersuchen. Das erste Ziel war es, durch Schadstoffe induzierte Veränderungen in mikrobiellen Gemeinschaften auf taxonomischer Ebene zu untersuchen, um potenzielle Frühindikatoren für ökologische Störungen zu identifizieren. In kontrollierten Mesokosmen-Experimenten konnte ich beobachten, dass die Exposition gegenüber behandeltem Abwasser bestimmte Bakterien-Taxa wie Pseudomonas und Burkholderia anreicherte, die für Antibiotikaresistenz und Schadstoffabbau bekannt sind. Diese Taxa erwiesen sich als verlässliche Bioindikatoren, die das chemische Stressniveau und die Toleranz der mikrobiellen Gemeinschaft widerspiegeln. Um die Genauigkeit dieser Beobachtungen zu maximieren, verglich ich Sequenzierungsplattformen—Illumina und Oxford Nanopore Technologies (ONT)—und zeigte, dass ONT durch vollständige 18S-Sequenzen eine höhere Auflösung auf Artebene ermöglichte, während die Short-Read-Technologie von Illumina eine effiziente, hochdurchsatzfähige Gemeinschaftsprofilierung ermöglichte. Diese duale Plattform-Strategie zeigt die jeweiligen Stärken der Technologien und ermöglicht eine flexible und skalierbare Untersuchung der Gemeinschaftsstrukturen.

Von der Taxonomie zu den funktionellen Dynamiken übergehend, konzentrierte sich das zweite Ziel auf das Verständnis der funktionellen Resilienz mikrobieller Gemeinschaften. Mein Ziel war es zu untersuchen, ob diese Gemeinschaften trotz taxonomischer Veränderungen Stabilität in essenziellen Funktionen beibehalten können. Durch metagenomische und metatranskriptomische Analysen konnte ich feststellen, dass funktionelle Redundanz in mikrobiellen Gemeinschaften ihnen ermöglicht, wesentliche ökologische Rollen wie den Nährstoffkreislauf und den Schadstoffabbau auch unter Schadstoffstress aufrechtzuerhalten. Obwohl sich die Gemeinschaftszusammensetzung nach der Exposition gegenüber behandeltem Abwasser veränderte, wurden wesentliche Funktionen durch überlappende Rollen zwischen Taxa fortgeführt. Diese Resilienz war besonders in Ökosystemen mit hö- herer funktioneller Redundanz deutlich, in denen mehrere Arten ähnliche ökologische Aufgaben erfüllen konnten und so das Ökosystem gegen Funktionsverluste abpufferten. Die Auswirkungen der Schadstoffe erwiesen sich als gruppenspezifisch: Während Zink bakterielle Stoffwechselwege beeinflusste, die entscheidend für den Nährstoffkreislauf sind, beeinflussten Mikroplastik andere Protistengruppen unterschiedlich, was die komplexen, gruppenspezifischen Reaktionen verdeutlicht, die nur sichtbar werden, wenn funktionelle Einblicke mit taxonomischen Daten kombiniert werden.

Das letzte Ziel entstand aus dem Wunsch, ein ganzheitliches Rahmenwerk für Umwelt- überwachung und -management zu entwickeln, das diese Erkenntnisse in realen Kontexten anwenden kann. Durch die Kombination taxonomischer und funktionaler Daten zeigt meine Forschung, dass mikrobielle Gemeinschaftsbewertungen robuste Indikatoren für die Gesundheit von Ökosystemen liefern können. Unterschiedliche taxonomische Gruppen reagierten auf die getesteten Stressoren unterschiedlich, was die Notwendigkeit unterstreicht, funktionelle Metriken neben taxonomischen Verschiebungen zu betrachten, um ein umfassendes Bild der Resilienz eines Ökosystems zu erhalten. Taxonomische Veränderungen sind wertvolle Frühwarnzeichen für ökologische Ungleichgewichte, während funktionelle Metriken erfassen, wie sich essenzielle Prozesse unter Stress anpassen. Dieser Ansatz wird besonders relevant, wenn mehrere Schadstoffe gleichzeitig auf Ökosysteme einwirken, da die mikrobiellen Reaktionen auf komplexe Stressoren oft sowohl taxonomisch als auch funktional variieren. Dies zeigte sich in meiner Analyse von über 40 Süßwasserseen, bei der Nährstoffstress zu spezifischen genomischen Anpassungen in verschiedenen mikrobiellen Gruppen führte – eine differenzierte Reaktion, die nur sichtbar wurde, als funktionelle Bewertungen taxonomische Profilierungen ergänzten.

Meine Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Überwachungsrahmenwerk, das sowohl taxonomische als auch funktionelle Analysen integriert, die Erholung von Ökosystemen genauer vorhersagen, gezielte Managementinterventionen erleichtern und die ökologische Stabilität fördern könnte. Durch die Beobachtung, wie sich mikrobielle Gemeinschaften an Umweltverschmutzungen anpassen, hoffe ich, Erkenntnisse zu liefern, die die Umweltüberwachung unterstützen und dazu beitragen könnten, Schutzmaßnahmen für den Erhalt der Biodiversität und wesentlicher Ökosystemfunktionen angesichts wachsender anthropogener Belastungen zu gestalten. 

Freshwater ecosystems are indispensable to both biodiversity and human well-being, yet they face intensifying threats from anthropogenic pollutants, including treated wastewater, heavy metals, plastics, and nutrient imbalances. Microbial communities within these ecosystems play vital roles in nutrient cycling, organic matter decomposition, and water purification. With my background in bioinformatics and my interest in ecosystem resilience, I set out to explore how these microbial communities adapt and respond to such stressors. My thesis uses a comprehensive meta-omics approach, incorporating metabarcoding, metagenomics, and metatranscriptomics to examine microbial taxonomic shifts and functional stability, demonstrating how functional redundancy supports the maintenance of essential processes, even when community composition is altered.

The research is structured around three primary objectives that collectively examine microbial responses and resilience in freshwater ecosystems. The first objective was to investigate pollutant-induced changes in microbial communities at the taxonomic level, aiming to identify early indicators of ecological disturbance. Using controlled mesocosm experiments, I observed that exposure to treated wastewater enriched specific bacterial taxa, such as Pseudomonas and Burkholderia, known for antibiotic resistance and pollutant degradation. These taxa emerged as reliable bioindicators, reflecting levels of chemical stress and microbial community tolerance. To maximize the accuracy of these observations, I compared sequencing platforms—Illumina and Oxford Nanopore Technologies (ONT)—demonstrating that ONT’s full-length 18S sequencing provided superior specieslevel resolution, while Illumina’s short-read technology enabled efficient, high-throughput community profiling. This dual-platform approach highlights each technology’s unique strengths, allowing for flexible and scalable examination of community structures.

The second objective shifted from taxonomy to functional resilience, examining whether microbial communities could maintain stability in essential functions despite taxonomic shifts. Through metagenomic and metatranscriptomic analyses, I found that functional redundancy within microbial communities often allows ecosystems to sustain key roles, like nutrient cycling and pollutant degradation, even under pollutant stress. For example, despite compositional changes following treated wastewater exposure, critical functions were preserved due to the overlapping roles among resilient taxa. This resilience was especially evident in communities with high functional redundancy, where multiple species could perform similar ecological tasks, buffering against potential functional loss. Furthermore, the impacts of pollutants were shown to be taxon-specific: while zinc exposure altered protistan metabolic pathways crucial for nutrient cycling, while effect of microplastics on this group was limited. These nuanced, group-specific responses underscore the importance of integrating functional insights with taxonomic data to capture the full scope of ecosystem adaptation to diverse pollutants.

The final objective aimed to develop a holistic framework for environmental monitoring that could translate these insights into practical, real-world applications. By combining taxonomic and functional data, my research demonstrates that microbial community assessments can serve as robust indicators of ecosystem health. Different taxonomic groups responded uniquely to the stressors tested, emphasizing the need to integrate functional metrics alongside taxonomic shifts for a comprehensive view of ecosystem resilience. Taxonomic changes can signal early ecological imbalances, while functional metrics provide a window into how core processes adjust under stress. This dual approach is especially relevant for ecosystems facing multiple pollutants, where microbial responses often vary across both taxonomic and functional dimensions. This integrated perspective was further evident in my analysis of over 40 freshwater lakes, where nutrient stress led to distinct genomic adaptations in different microbial groups—a response only discernible when functional assessments complemented taxonomic profiling.

In summary, my findings suggest that a monitoring framework incorporating both taxonomic and functional analyses could more accurately predict ecosystem recovery, guide targeted management interventions, and promote ecological stability. By observing how microbial communities adapt to pollution, I aim to contribute insights that can inform environmental monitoring and shape conservation strategies, ultimately preserving biodiversity and essential ecosystem functions amid increasing anthropogenic pressures. 

 

Cite

Citation style:
Could not load citation form.

Rights

Use and reproduction:
This work may be used under a
CC BY 4.0 LogoCreative Commons Attribution 4.0 License (CC BY 4.0)
.