Integration durch Bildung? : Auswirkungen des deutschen Migrationsregimes auf die Nutzung von Bildungsangeboten durch geflüchtete junge Erwachsene aus Subsahara-Afrika
Der Zugang zu höherer Bildung und der Erwerb hochwertiger Bildungsabschlüsse ist für sozial benachteiligte Gruppen, wie z.B. die der (Flucht-)Migrant:innen, sehr problematisch (Becker 2009; Bakoben 2020, S. 261-275). Gerade für Menschen mit Fluchterfahrung, die nur über eine sogenannte „schlechte“ Bleibeperspektive verfügen, ist der Zugang zu Bildung und höherwertigen Bildungsabschlüssen mit sehr großen Hürden verbunden (Bakoben 2019; 2020). Zu dieser Gruppe gehören oftmals Personen aus Subsahara-Afrika (SSA). Insbesondere die jungen Erwachsenen unter ihnen werden sowohl beim Zugang als auch bei der Nutzung von Bildungsangeboten marginalisiert (Seukwa 2012, S. 33; Bakoben 2020, S. 261-275). Trotz des zahlenmäßigen Anstieges von Menschen, die aus dieser Region nach Deutschland geflüchtet sind (Brücker et al., 2016; Pew Research Center 2018), und trotz dieser doppelten Marginalisierung steht diese Zielgruppe eher selten im Fokus des wissenschaftlichen Interesses. Die durch den Bund geförderten Bildungsangebote für Menschen mit Fluchterfahrung – der Integrationskurs, Deutschförderkurse wie auch die aktivierungspolitischen Sprach- und Qualifizierungsangebote – richten sich primär an Menschen, „bei denen ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist“ (Bundesregierung, 2019), also an Personen mit sogenannter guter Bleibeperspektive. Die Frage, welche Bildungsangebote Personen, die keine dieser Maßnahmen nutzen dürfen, offenstehen bzw. für sie wahrnehmbar wären, wenn sie sich dafür entscheiden müssten, ihre Bildungsbiografien in Deutschland fortzuführen, bleibt bisher unzureichend geklärt (Bakoben 2020).
Access to higher education and the attainment of high-quality academic qualifications remain significant challenges for socially disadvantaged groups, particularly migrants (Becker 2009; Bakoben 2020, pp. 261–275). These barriers are especially pronounced for refugees with a so-called “poor” long-term residency outlook („schlechte“ Bleibeperspektive), who face substantial obstacles in accessing education and advanced qualifications (Bakoben 2019; 2020). Among them, young adults from Sub-Saharan Africa (SSA) are particularly affected, encountering systemic marginalization in both access to and participation in educational opportunities (Seukwa 2012, p. 33; Bakoben 2020, pp. 261–275).
Despite the growing number of refugees from this region arriving in Germany (Brücker et al., 2016; Pew Research Center 2018) and their dual marginalization, they remain largely overlooked in academic research. Federally funded educational programs—such as integration courses, German language support initiatives, and activation-oriented qualification programs—primarily target individuals “for whom a lawful and permanent stay is expected” (German Federal Government, 2019), thereby excluding those with uncertain residency prospects. The question of which educational pathways are available to those ineligibles for these programs, or what options they could realistically pursue to continue their education in Germany, remains largely unexplored (Bakoben 2020).