Empirical Essays on Spatial Heterogeneities and Impact Evaluations

In urban and regional economics, causal inferences necessitate comprehensive data analysis, taking into account spatial and temporal factors and recognizing that neighboring areas may exhibit similarities yet differences. Spatial settings present challenges, such as spillover effects and regional idiosyncrasies, which complicate the identification of true treatment effects. Some urban variables, such as access to green areas or environmental noise, are challenging to measure directly. Economists employ methodologies such as the hedonic price framework to illustrate the influence of neighborhoods and to detect previously unobserved relationships. These considerations also extend to the policy sector, where policymakers must recognize that the heterogeneities, as well as similarities across time and space, can counteract national strategies. Germany's diverse population density serves to illustrate this complexity.

The thesis presents evidence in three chapters that large-scale interventions, whether political or non-political, can have an impact. However, the degree of effectiveness is contingent upon regional and temporal factors, which can influence the outcomes at the local level.

In Chapter 1, I investigate the impact of railroad noise on property values in Germany, focusing on the Railroad Noise Protection Act (RNPA) and its effect on nearby residents. Using detailed data on house prices and railway routes, I employ a difference-in-differences approach to assess the impact of noise reduction. The gradual implementation of the RNPA led to a 0.5 % increase in house prices upon announcement and an additional 2.5 % increase upon full prohibition in 2020. The analysis shows that the positive effects diminish with distance from the tracks, with no measurable effect beyond 1km. However, areas exposed to various sources of noise, including railways, airports, and industrial sites, benefit the most from the RNPA, with price increases of up to 6.9 %. This highlights the effectiveness of targeted policies in addressing multiple noise sources.

In Chapter 2, co-authored with Philipp Breidenbach, we examine the impact of aircraft noise pollution on housing prices. This chapter builds on the analysis of railroad noise in Chapter 1. We utilize strategic noise maps and the COVID-19 pandemic as a quasi-experimental event to investigate the effect of reduced air traffic noise on housing prices. The study reveals a 2.3 % increase in prices for apartments previously affected by noise during quieter periods, with the effect peaking at 6 % in 2021 and dissipating by 2022. The immediate responses challenge the notion of sticky housing markets, suggesting possible information asymmetries and future developments in the aviation industry as contributing factors to the observed effects.

In Chapter 3, which is co-authored with Manuel Frondel and Colin Vance, the focus shifts from the analysis of the disamenity of noise to the policy evaluation of tax reductions. In particular, the Fuel Tax Discount (FTD) introduced by the German government in response to surging fuel prices is examined. The extent to which the tax reductions are passed on to consumers is investigated, as well as variations over time and space. High-frequency data from Germany and France indicate that 96 % of the diesel fuel tax reduction was passed on to consumers, while the pass-through for petrol only reached 86 %. This suggests that the policy was effectively implemented. However, the pass-through diminished over time, with only small fractions transmitted by the end of the FTD period. Regional disparities show that low-income areas benefited more from the FTD, but the diminishing effects persisted across regions.
 

In der Stadt- und Regionalökonomie ist eine kausale Schlussfolgerung nur auf Basis einer umfassenden Datenanalyse, welche räumliche und zeitliche Einflussfaktoren berücksichtigt und anerkennt, dass benachbarte Gebiete Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede aufweisen können, möglich. Die Erfassung räumlicher Einflussfaktoren erweist sich als anspruchsvoll, da Überlappungseffekte und regionale Eigenheiten die Identifizierung kausaler Effekte erschweren. Zudem ist die direkte Messung einiger städtischer Variablen, beispielsweise des Zugangs zu Grünflächen und Umgebungslärm, mit Herausforderungen verbunden. In der empirischen Wirtschaftsforschung werden daher Methoden wie die hedonische Preisfunktion eingesetzt, um die Wirkung innerhalb von Stadtvierteln zu veranschaulichen und bisher unbeobachtete Zusammenhänge aufzudecken. Diese Überlegungen erstrecken sich auch auf den politischen Sektor, in dem die politischen Entscheidungsträger berücksichtigen müssen, dass sowohl Heterogenitäten als auch Ähnlichkeiten über Zeit und Raum hinweg, die Wirksamkeit von nationalen Strategien beeinträchtigen können. Deutschland mit seiner hohen, aber gleichzeitig diversen Bevölkerungsdichte stellt für derartige Betrachtungen ein besonders interessantes Fallbeispiel dar.

Diese Dissertation erörtert empirisch in insgesamt drei Kapiteln, dass groß angelegte Interventionen auf nationaler Ebene, ob politisch motiviert oder unabhängig von politischen Einflusssphären, diversifizierte Auswirkungen haben können. Allerdings hängt ihr Wirkungsgrad von regionalen und zeitlichen Faktoren, die die finalen Ergebnisse solcher Interventionen auf lokaler Ebene beeinflussen können, ab.

Im ersten Kapitel werden die Auswirkungen von Schienenlärm auf Immobilienpreise in Deutschland untersucht. Dabei wird das sogenannte Schienenlärmschutzgesetz (Railroad Noise Protection Act (RNPA) in englisch), eine Maßnahme die Umgebungslärm im Schienengüterverkehr reduzieren soll, als Grundlage exogener Variation ausgeschöpft und die Auswirkungen der gesetzesbedingten Lärmreduzierung auf lokale Immobilienwerte erforscht. Die vorliegende Untersuchung basiert auf einer detaillierten Analyse von Daten zu Hauspreisen und dem Schienennetz. Dabei wurde ein Differenz-in-Differenzen-Ansatz verwendet, um die Auswirkungen der schrittweisen Einführung des RNPA auf die Hauspreise in Schienennähe zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ankündigung des RNPA zu einem Anstieg der Hauspreise in Schienennähe um 0,5 % führte. Dieser Effekt verstärkte sich bei der vollständigen Umsetzung des Schienenlärmschutzgesetzes im Jahr 2020 auf 2,5 %. Die Ergebnisse zeigen weiterhin, dass die positiven Auswirkungen mit zunehmender Entfernung von den Gleisen abnehmen, wobei jenseits von 1 km keine messbaren Auswirkungen mehr zu verzeichnen sind. Gebiete, die verschiedenen Lärmquellen ausgesetzt sind, darunter Eisenbahnen, Flughäfen und Industriestandorte, profitieren, mit Preissteigerungen von bis zu 6,9 %, jedoch am meisten vom RNPA. Dies unterstreicht die Wirksamkeit gezielter politischer Maßnahmen zur Bekämpfung verschiedener Lärmquellen.

In Kapitel 2, das gemeinsam mit Philipp Breidenbach verfasst wurde, untersuchen wir die Auswirkungen der Fluglärmbelastung auf Wohnungspreise. Dieses Kapitel baut auf der Analyse des Schienenverkehrslärms in Kapitel 1 auf. Unter Zuhilfenahme sogenannter strategische Lärmkarten und der Berücksichtigung der COVID-19-Pandemie als quasi-experimentelles Ereignis, beleuchten wir den Zusammenhang zwischen reduziertem Fluglärm und Immobilienpreise in den betroffenen Regionen. Die Studie zeigt, dass die Preise für Wohnungen, die zuvor von Lärm betroffen waren, in ruhigeren Zeiten um 2,3 % steigen. Der Effekt erreicht im Jahr 2021 mit 6 % seinen Höhepunkt und klingt bis 2022 wieder ab. Die unmittelbaren Preisreaktionen werfen die Frage auf, ob die Annahme stabiler Wohnungsmärkte aufrechterhalten werden kann. Zudem deuten sie auf Informationsasymmetrien und künftige Entwicklungen in der Luftfahrtindustrie als Faktoren hin, die zu den beobachteten Auswirkungen beitragen.

Im letzten Kapitel, das gemeinsam mit Manuel Frondel und Colin Vance entstanden ist, erfolgt eine Verlagerung des Schwerpunkts von der Analyse von Umgebungslärm auf die Analyse von Steuersenkungen im Kraftstoffmarkt. Im Speziellen wird die Kraftstoffsteuerermäßigung (Tankrabatt; Fuel Tax Discount (FTD) in englischer Sprache), welche von der deutschen Regierung als Reaktion auf die stark gestiegenen Kraftstoffpreise eingeführt wurde, untersucht. Im Folgenden wird beleuchtet, inwieweit die Steuersenkungen an die Verbraucher weitergegeben werden und wie sich diese Umwälzungsraten zeitlich und räumlich verändern. Zur Untersuchung der Zusammenhänge wird auf hochfrequente Daten aus Deutschland und Frankreich zurückgegriffen. Diese zeigen, dass 96 % der Steuerermäßigung für Dieselkraftstoff an die Verbraucher weitergegeben wurde, während die Weitergabe für Benzin nur 86 % erreichte. Dies deutet zunächst darauf hin, dass die Politikmaßnahme des Tankrabatts wirksam umgesetzt wurde. Allerdings nahm die Weitergabe der Steuersenkungen im Laufe der Zeit ab, sodass bis zum Ende des FTD-Zeitraums nur noch geringe Anteile weitergegeben wurden. Regionale Unterschiede zeigen, dass einkommensschwache Gebiete stärker von der FTD profitierten, jedoch blieben die abnehmenden Auswirkungen in allen Regionen bestehen.
 

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