Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausprägung der Neuroinflammation im TgCRND8-Mausmodell der Alzheimer-Krankheit

Alzheimer-Krankheit (alzheimer’s disease, AD) zeigt eine höhere Prävalenz bei Frauen als bei Männern. Der Pathomechanismus der AD wird durch die Amyloid-β (Aβ) Belastung, neuroinflammatorische Prozesse und die Mikrogliazellen beeinflusst. Die Kausalität zwischen Aβ und der Neuroinflammation, wie auch die Interaktion von Mikrogliazellen mit Aβ, jeweils im Hinblick auf geschlechtsspezifische Unterschiede in einem moderaten Krankheitsstadium, sind bisher ungeklärt.
In der vorliegenden Arbeit wurden erstmals proteinbiochemisch die inflammatorischen Marker PTGER2 (prostaglandin EP receptor 2) und AIF1 (allograft inflammatory factor 1) im Neocortex von transgenen und Wildtyp-Mäusen, sowie morphometrisch die Mikrogliose und die Assoziation von Mikrogliazellen zu Aβ-Plaques in transgenen Mäusen im Hinblick auf geschlechtsspezifische Unterschiede in einem moderaten Krankheitsstadium analysiert.
Proteinbiochemisch war die PTGER2-Expression in transgenen männlichen im Vergleich zu weiblichen Mäusen erhöht. Die AIF1-Expression zeigte genotypisch erhöhte Level in transgenen Mäusen, aber keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.
Die morphometrisch erfasste Mikrogliose war erwartungsgemäß stärker in den transgenen als in Wildtyp-Tieren ausgeprägt. Bei gleicher Anzahl von aktivierten Mikrogliazellen in beiden Geschlechtern konnte festgestellt werden, dass die weiblichen transgenen Mäuse eine signifikant geringere Anzahl von Mikrogliazellen mit Assoziation zu diffusen Plaques im Neocortex gegenüber männlichen transgenen Mäusen aufwiesen. Zudem zeigten die weiblichen transgenen Tiere in allen Gehirnarealen eine erhöhte Anzahl von Mikroglia-freien diffusen Plaques sowie Mikroglia-freien Kern-Plaques.
Diese Ergebnisse zeigen, dass in einem moderaten Krankheitsstadium die weiblichen von der Alzheimer-Pathologie betroffenen transgenen Mäuse eine geringere Interaktion der Mikrogliazellen mit Aβ-Plaques aufwiesen, die möglicherweise ein geringeres Ausmaß an Plaque-Degradation zur Folge hat.

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