000K  utf8
1100  $c2020
1500  ger
2050  urn:nbn:de:hbz:464-20200818-090914-2
2051  10.17185/duepublico/72659
3000  Bosch, Gerhard
3010  Hüttenhoff, Frederic
3010  Weinkopf, Claudia
4000  Corona-Hotspot Fleischindustrie$dDas Scheitern der Selbstverpflichtung  [Bosch, Gerhard]
4209  Auf den Punkt ... Die deutsche Fleischwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem Sektor mit vielen Kleinbetrieben zu einem industrialisierten Wirtschaftszweig mit wenigen Marktführern entwickelt. Die meisten Tätigkeiten, die eigentlich zum Kerngeschäft zählen, sind ausgelagert worden. Ziel war es, den mit der Osterweiterung der EU verfügbaren Pool billiger Arbeitskräfte auszuschöpfen und gleichzeitig die skandalösen Arbeitsbedingungen in undurchsichtigen Subunternehmerstrukturen zu verschleiern. Trotz zahlreicher Medienberichte über die haarsträubenden Arbeitsbedingungen und die Nichteinhaltung des Mindestlohns begnügte sich der Staat lange mit freiwilligen und sanktionsfreien Selbstverpflichtungen der Branche. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit fuhr bei Einführung des Mindestlohns sogar ihre Kontrollen zurück. Erst, als durch die unheilvolle Kombination schlechter Arbeits- und Wohnbedingungen mit hohen Infektionsraten mit Covid-19 im Frühjahr 2020 auch die allgemeine Gesundheit gefährdet wurde, verabschiedete das Kabinett einen Gesetzesentwurf, der das Schlachten und Verarbeiten von Fleisch durch Werkvertragsnehmer ab dem 1.1.2021 untersagt und die Kontrollen verschärfen soll. Die neuen gesetzlichen Regelungen werden die Branche nur ändern, wenn dahinter auch ein ernsthafter staatlicher Umsetzungswille steht. Dazu muss der Kontrolldruck auf die Branche nachhaltig erhöht werden.
4950  https://doi.org/10.17185/duepublico/72659$xR$3Volltext$534
4950  https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:464-20200818-090914-2$xR$3Volltext$534
4961  https://duepublico2.uni-due.de/receive/duepublico_mods_00072659
5051  300