PT Unknown AU Dumm, M TI Reaktionen der Cyanide in Gichtgaswaschwasser PD 08 PY 2020 DI 10.17185/duepublico/72425 LA de AB Gichtgaswaschwasser ist ein Cyanid-haltiges Abwasser, welches in großen Mengen in der an den Hochofenprozess angeschlossenen Gasreinigung anfällt. Beobachtungen haben gezeigt, dass es während des Klärprozesses zu einem natürlich auftretenden Cyanidabbau kommt. Da es sich bei Cyaniden um toxische Verbindungen handelt, die im Abwasserbereich behördlich überwacht werden, ist eine genaue Kenntnis der vorliegenden Spezies, ihrer Herkunft und ihrer Reaktionen überaus wichtig. Daher wird in dieser Arbeit zunächst mittels FTIR-Spektroskopie gezeigt, dass im Gichtgas im Mittel 41mLm−3 gasförmiger Cyanwasserstoff vorliegt von dem etwa 12 % in das Waschwasser übergeht. Dies macht 34 % der im Gichtgaswaschwasser vorliegenden Cyanoverbindungen aus. Die restlichen 66 % werdenüberdenGichtstaubeingetragen.DurchAnalysederGas-undWasserphase (UV/Vis, ICP-OES, FTIR und CFA) können neben HCN und CN– vor allem Tetracyanozinkat und Hexacyanoferrat(II) als dominierende Cyanidspezies identifiziert werden. Im Abwasserkreislauf folgt ein fast vollständiger Abbau der leicht freisetzbaren Cyanide. 40-90 % dieses Abbaus können durch Wasseranalysen (CFA) und Analysen der Gasphase (FTIR) auf die Verflüchtigung von HCN zurückgeführt werden. Weitere 10-60 % des Abbaus beruhen auf der Thiocyanat bildenden Reaktion zwischen CN– und einer unbekannten Schwefelverbindung im Gichtstaub, die unterZuhilfenahmeverschiedeneranalytischerVerfahrencharakterisiertwird(CFA, ICP-OES, XRD, GC-MS und Q-TOF LC-MS), aber im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht endgültig bestimmt werden kann. ER