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The European social model in the time of crisis : Which roads towards social investment?

Ronchi, Stefano ORCID

European welfare states face multiple challenges: global and EU market integration, rapid technological change, the changing nature of (gendered) social risks in ageing post-industrial societies and, last but not least, the Great Recession cast a shadow on the effectiveness and sustainability of the European Social Model (ESM) as we know it. Born from the academic debate over welfare state change, the blueprint of ‘social investment’ has been proposed as a new edifice for the ESM. The social investment approach puts the stress on policies aimed to prepare and mobilize human capital. By doing that, it shifts the logic of the welfare state from protection against the market to social inclusion within today’s labour markets, with a view to reconciling the economic and social objectives of 21st century welfare capitalism. The imperatives of social investment have informed EU growth and cohesion strategies since the launch of the Lisbon Agenda in 2000. More recently, they have been explicitly endorsed by the European Commission with the adoption of a ‘Social Investment Package’ in 2013. In the crisis aftershocks, however, the road towards an EU-wide social investment strategy is steeper than it may seem. Most European countries fall short of the social investment ideal-type, and must strive to adjust welfare provision to the changing context and social risks. On top of that, austerity constraints their room for manoeuvre. Some questions hence come to the fore: in the first place, could social investment weather the crisis? If so, does it effectively deliver the wished-for economic and social outcomes? More specifically: does it foster both the employment and social inclusion of European citizens with different socioeconomic characteristics? And how do the outcomes of social investment vary across European countries which have profoundly diverse welfare legacies and policy mixes? This monograph provides an empirical assessment of the road(s) that EU welfare states are taking in the time of the economic crisis, whereby that of an inclusive social investment strategy is just the best of many possible trajectories of recalibration. It does so in a truly comparative fashion, not limited to few case studies and country-comparisons, but which, by contrast, seeks to explain the dynamics of social investment reform and outcomes through variables, in the context of a large-N empirical study. This work makes a three-fold contribution. First, it relies on a novel policy data—the Social Investment Welfare Expenditure dataset—to track the trajectory followed by social investment in welfare reform across all EU member states from 2000 to 2014, through the crisis years. Second, it is a first attempt to link macro-level welfare state change with its outcomes at the micro level. More specifically, through multilevel analysis based on EU-SILC microdata (EU Statistics on Income and Living Conditions), it shows how different policy mixes influence the employment prospects and income security of individuals and households across European countries. Third, by putting to the empirical test some of the most crucial and normatively contentious issues related to social investment—which is often criticized for bringing about ‘workfare’ and inequality through ‘Matthew effects’—this monograph seeks to add substance to both academic and policy debates.

Die europäischen Wohlfahrtsstaaten stehen vor vielfältigen Herausforderungen: die globale und EU Marktintegration, der beschleunigte technologische Wandel, sich wandelnde (geschlechterspezifische) Risiken alternder post-industrieller Gesellschaften und, schlussendlich, die immer noch nicht vollständig überwundene Weltwirtschaftskrise der letzten Jahre, werfen ihre Schatten auf die Effektivität und Nachhaltigkeit des uns bekannten Europäischen Sozialmodells (ESM). Ausgehend von wissenschaftlichen Debatten über wohlfahrtsstaatlichen Wandel, wird der Ansatz des „social investment“ als Blaupause für eine neues, tragfähiges ESM betrachtet. Hierbei werden solche Politikinstrumente besonders betont, die das Ziel der Vorbereitung und Mobilisierung von Humankapital verfolgen. Dadurch verschiebt sich die wohlfahrtsstaatliche Logik weg von einem Schutz gegenüber dem Markt hin zu einer Einbindung in den Arbeitsmarkt, um so wirtschaftliche und soziale Ziele im Wohlfahrtskapitalismus des 21. Jahrhunderts miteinander in Einklang zu bringen. Im Bereich der EU, sind solche Leitbilder des „social investment“ seit dem Start der Lissabon-Strategie im Jahr 2000 fester Bestandteil unterschiedlicher Wachstums- und Kohäsionsinitativen, und wurden zuletzt durch die Europäische Kommission bei der Annahme „Sozialinvestitionspaketes“ im Jahr 2013 explizit befürwortet. In der Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise ist der Weg zu einer EU-weiten Sozialinvestitionsstrategie jedoch steiler als es den Anschein hat. Die meisten europäischen Länder bleiben hinter dem Idealtyp des „social investment“ zurück und müssen ihre Wohlfahrtsangebote an den sich wandelnden Kontext und gesellschaftliche Risiken anpassen, wobei ihr Handlungsspielraum durch verbreitete Sparzwänge im Sinne der Austeritätspolitik weiter eingeschränkt wird. Entsprechend wirft dies einige Fragen auf: Können Sozialinvestitionen die Krise überstehen? Falls ja, können sie die gewünschten wirtschaftlichen und sozialen Ergebnisse liefern? Genauer gesagt: fördern solche Instrumente sowohl die Beschäftigung als auch die gesellschaftliche Integration europäischer Bürger mit unterschiedliche sozioökonomischen Merkmalen? Wie unterscheiden sich die Ergebnisse der Sozialinvestitionen zwischen europäischen Ländern mit grundlegend verschiedenen Wohlfahrtsstrukturen und Politikkonzepten? Die vorliegende Monographie liefert eine empirische Untersuchung der Richtung(en), welche die EU-Wohlfahrtsstaaten in Zeiten der Wirtschaftskrise eingeschlagen haben, wobei jene einer inklusiven Sozialinvestitionsstrategie nur den Besten vieler möglichen Anpassungspfade darstellt. Im Sinne einer vergleichenden Studie, die über einzelne Fälle hinausgeht, unternimmt die Arbeit einen Versuch, die Reformdynamiken von Sozialinvestitionen und deren Ergebnisse im Rahmen einer variablenbasierten statistischen Analyse mit hoher Fallzahl (large-N) zu erklären, und leistet auf diese Weise drei Beiträge: Erstens basiert sie auf neuen Daten zur Sozialpolitik – dem „Social Investment Welfare Expenditure“ Datensatz –und zeichnet so die Pfade verschiedener Sozialinvestitions- und Wohlfahrtsreformen in allen EU-Mitgliedsländern in den Jahren 2000-2014 nach. Zweitens, stellt die Studie einen ersten Versuch dar, Makroveränderungen auf der Ebene des Wohlfahrtsstaates mit Ergebnissen auf der Mikroebene zu verbinden. Mithilfe einer Mehrebenenanalyse auf Basis von EU-SILC Mikrodaten (EU Statistics on Income and Living Standards) zeigt sie inwiefern verschiedene Maßnahmenpakete (policy mixes) Beschäftigungsaussichten und Einkommenssicherheit von Individuen und Haushalten in europäischen Ländern beeinflussen. Schließlich unterfüttert die Monographie drittens sowohl akademische als auch politische Debatten über das Konzept der Sozialinvestitionen, da sie diesen zentralen und normativ umstrittenen Sachverhalt, welcher oftmals als „Workfare“-basiert und ungerechte „Matthäus-Effekte“ erzeugend kritisiert wird, einem empirischen Test unterzieht.

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Ronchi, Stefano: The European social model in the time of crisis. Which roads towards social investment?. 2019.

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