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Die Demenz als Risikofaktor für eine Amputation bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit

Schuch, Veronika

In einem Zeitraum von März 2011 bis Februar 2012 führten wir an 104 freiwilligen stationären Patienten am Helios Klinikum Krefeld einen Mini Mental Status Test und einen Uhren Zeichen Test durch. Wir bildeten drei Gruppen, Patienten mit nachgewiesener PAVK ohne Major-Amputation, Patienten mit PAVK und Major-Amputation und eine unfallchirurgische Kontrollgruppe. Wir untersuchten Daten des Statistischen Bundesamtes zu den Hauptdiagnosen PAVK, Bauchaortenaneurysma (BAA), Myokardinfarkt (MI) und Hüftfraktur (HF) sowie die jeweils assoziierte chirurgische Prozedur (Minor und Major-Amputation, aortokoronarer Bypass, endovaskuläre Therapie des Aortenaneurysma und Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk und ermittelten die Rate an Demenz je Diagnose beziehungsweise Prozedur. Die Rate an Demenz ist am höchsten unter Patienten mit der Hauptdiagnose Hüftfraktur. Unter den Prozeduren ist die Rate an Demenz am höchsten bei Patienten, die eine Amputation erhalten (Major-Amputation circa 18 Prozent, Minor-Amputation circa 8 Prozent). Es zeigt sich ein nahezu linearer Anstieg der Demenzrate in Abhängigkeit vom Alter für die Prozeduren Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk und Amputation. Fast 50 Prozent aller Patienten über 90 Jahre und älter mit Amputation weisen eine Demenz auf, jedoch nur 37 Prozent der Patienten in dieser Altersgruppe, die einen Endoprothese am Hüftgelenk erhalten, leiden an Demenz. Daraus schlussfolgern wir, dass, obwohl sowohl die Hüftfraktur als auch die PAVK mit Demenz assoziiert sind, die Risiko-Nutzen-Abwägung für größere Operationen, Hüftgelenksersatz und Major-Amputationen unterschiedlich ist. Am Helios Klinikum Krefeld fanden wir die meisten dementen Patienten bei den Amputierten (53 Prozent). Die unfallchirurgischen Patienten haben die besseren Ergebnisse im Mini Mental Status Test. Im Gesamtkollektiv weisen 24 Prozent der untersuchten Patienten eine Demenz auf. Von den dementen Patienten hatten nur 7 von 21 (33 Prozent) in der Nebendiagnose eine Demenz kodiert. 7 Prozent der im Mini Mental Status Test unauffälligen Patienten hatten bei Entlassung trotzdem eine Demenz kodiert. Die Demenz findet keine ausreichende Beachtung bei dem behandelnden Personal. Nur ein Drittel der Demenzkranken war dem Personal aufgefallen und hatte bei der Entlassung eine Demenz kodiert.

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Zitierform:

Schuch, Veronika: Die Demenz als Risikofaktor für eine Amputation bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit. 2014.

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