@PhdThesis{duepublico_mods_00032834,
  author = 	{Altmann Dr., Tobias},
  title = 	{Funktionale Empathie: Entwicklung und Evaluation eines Empathietrainings auf Basis eines integrativen Prozessmodells zur Vermeidung empathisch kurzschl{\"u}ssigen Handelns},
  year = 	{2013},
  month = 	{Dec},
  day = 	{23},
  abstract = 	{In der vorliegenden Arbeit wird die theorie- und empiriebasierte Entwicklung eines Empathietrainingsprogramms f{\"u}r soziale Berufe beschrieben. Ziel des Trainings ist der funktionale und reflektierte Umgang mit dem eigenen empathischen Handeln zur langfristigen Pr{\"a}vention von emotionalen Fehlbelastungen. In der anschlie{\ss}en-den empirischen Studie wird dieses Programm hinsichtlich Akzeptanz und Wirksam-keit in der Krankenpflegeausbildung evaluiert. 

Im ersten Teil der Arbeit wird basierend auf der Analyse der bisherigen Literatur eine integrative Arbeitsdefinition der Empathie vorgeschlagen. Demnach wird Em-pathie als ein kognitives und affektives Ph{\"a}nomen verstanden, das sowohl eine stabile Pers{\"o}nlichkeitseigenschaft im Sinne einer Verhaltenstendenz als auch eine generelle F{\"a}higkeit beschreibt, die in eine erlern- und trainierbare Fertigkeit um-setzbar ist. Empathie wird dabei erst in der konkreten Interaktion mit anderen Per-sonen realisiert und damit existent. Bisherige Konzepte der Empathieforschung werden im Empathie-Prozessmodell (EPM) integriert, mit dem auch bestimmte dys-funktionale Reaktionen erkl{\"a}rt werden k{\"o}nnen. Diese „empathischen Kurzschl{\"u}sse`` (EKS) werden als eine kommunikative Notreaktion konzipiert, die prim{\"a}r der eige-nen kurzfristigen Emotionsregulation dient. Es wird angenommen, dass die langfris-tige Kumulation derartiger EKS-Reaktionen negative Auswirkungen auf die emotio-nale Befindlichkeit in Form von psychosomatischen und Belastungssymptomen des-jenigen hat, der die EKS begeht. Zur Reflexion des eigenen empathischen Verhaltens wird das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Rosenberg vorgeschlagen. 

Im zweiten Teil der Arbeit wird die Entwicklung eines Empathietrainingsprogramms f{\"u}r soziale Berufe beschrieben, welches auf dem Konzept der GFK aufbaut. Dieses Programm intendiert erstens die Reflexion des eigenen empathischen Handelns und das Erkennen der Risiken des EKS, sowie zweitens den Aufbau von erprobten Hand-lungsalternativen und deren Integration in den Arbeitsalltag. Basierend auf empiri-schen Vorstudien und der Analyse bestehender Trainingskonzepte wurden die 35 didaktischen Einheiten des viert{\"a}gigen Programms entwickelt, die aus Gruppen- und Partner{\"u}bungen, moderierten Diskussionen, individueller Arbeit und Kurzvortr{\"a}gen bestehen. 

Den dritten Teil der Arbeit bildet eine empirische Studie zur Evaluation der Akzep-tanz und Wirksamkeit  dieses Trainingskonzeptes an einer Stichprobe von 448 Aus-zubildenden in der Krankenpflege. Das Design entspricht dabei einer l{\"a}ngsschnittli-chen Interventions-Kontrollgruppen-Studie mit Pr{\"a}-, Post- und Follow-up-Messung {\"u}ber 3,3 Monate. Es konnte gezeigt werden, dass das Training zu positiven Effekten in den sozialen und emotionalen Kompetenzen sowie in den psychosomatischen und Belastungssymptomen f{\"u}hrt. Die Balance aus Empathie f{\"u}r andere und Selbstempathie sowie der Fokus auf die Gef{\"u}hle und Bed{\"u}rfnisse bei aufrechterhal-tener Selbst-Andere-Differenzierung im Sinne der GFK konnten als erfolgreiche In-terventionen best{\"a}tigt werden. Die gesteigerte Akzeptanz der eigenen Emotionen und die St{\"a}rkung der Handlungsf{\"a}higkeit in intensiven, emotionalen Situationen k{\"o}nnen als protektive Faktoren bez{\"u}glich psychosomatischer Belastungs- und Burn-out-Symptome gesehen werden, die besonders in den sozialen bzw. helfenden Be-rufen von Bedeutung sind. Funktionale, reflektierte Empathie kann also in der An-wendung der Methode der GFK auf Grundlage des EPM zur Vermeidung des EKS in einem Training erreicht werden. Es bedarf nat{\"u}rlich weiterer Forschung zur detail-lierten Analyse der genauen Wirkmechanismen und differenzierten Effektivit{\"a}t von einzelnen Trainingseinheiten.},
  url = 	{https://duepublico2.uni-due.de/receive/duepublico_mods_00032834},
  file = 	{:https://duepublico2.uni-due.de/servlets/MCRFileNodeServlet/duepublico_derivate_00034497/DISS.Text_UB_online_2013-12-12.pdf:PDF},
  language = 	{de}
}